Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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5. Kapitel 
Produzenten durch Arbeitsteilung der Mühe enthebt, 
sich den zeitlich und räumlich besten Markt für seine 
Produkte selbst zu suchen. 
Ein fernerer Vorteil dieser Vermittlung des Tau 
sches durch das Kapital ist darin zu suchen, daß die 
Zelbstsucht in diesem Falle ein durchaus wertbildender 
Faktor ist. wer einfach die Zachen Dritter umtauscht, 
wie unser kapitalloser Händler zwischen Zchmied und 
Goldgräber, wird viel weniger eifrig darauf be 
dacht sein, daß der Tausch ein guter sei, als der, 
der die zu tauschenden Waren erst seinem eigenen 
Handelskapital einverleibt. 
Tr wird allerdings beim Ankauf den Produzenten 
auch nach unten zu drücken suchen, aber bei voller 
Freiheit des Handels findet diese Art der Benach 
teiligung ihr Korrektiv durch die Konkurrenz. 
Nun könnte man einwenden, daß von Freiheit bei 
unserem Beispiele nicht die Rede sein könnte, denn 
Weber und Zchmied ständen unter einem wirtschaft 
lichen Zwange, nämlich dem, daß sie von der Natur in 
eine Gegend versetzt worden seien, wo der Ackerboden 
so arm, daß er zu den einfachsten menschlichen Er 
nährungsformen, nämlich zur direkten Herstellung von 
Nahrungsmitteln, ohne den Umweg über die Arbeits 
teilung, nicht genügt, so daß sie wirtschaftlich zu die 
sem Erwerbszweig gezwungen und damit auch der Aus 
beutung durch das handelnde Kapital ausgeliefert seien. 
Viesen Kampf um ihr eigenes Interesse teilen 
sie aber mit allen Menschen gleichmäßig, und wenn 
sie vom Zchicksal in eine unwirtliche Gegend gepflanzt 
worden sind, so ist das auch nichts Besonderes, son 
dern etwas rein Menschliches, wollte man darin eine 
wirtschaftliche Ungerechtigkeit erblicken, so müßte man
	        
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