Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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Erst unlängst noch verzichtete ein glänzender Beamter 
aus dem belgischen Arbeitsministerium auf seinen Posten, 
um an die Spitze einer grossen Handelsgesellschaft zu 
treten. 
Wenn trotzdem dem Beamtenkörper neben tadelns 
werten und lästigen Kostgängern, eine grosse Zahl ener 
gischer und tüchtiger Männer angehört, so hat das seinen 
Grund vorzugsweise in dem Ueberangebot der geistigen 
Arbeit. Aber es bleibt darum doch nicht minder wahr, 
dass die Staatsindustrie in einer socialen Ordnung wie 
der heutigen, in der das Geld fast den einzigen Anreiz 
zur Arbeit und die einzige Entschädigung für die Arbeit 
bildet, hervorragende Leiter nur dann haben kann, wenn 
sie ihnen dieselben Gehälter bezahlt, wie die Privatindustrie. 
Was die Handarbeiter und die kleinen Beamten an 
langt, so werden sie zwar oft, aber doch nicht immer 
in den Staatsbetrieben besser bezahlt als in den Privat 
betrieben : der belgische Staat zahlt z. B. seine Maschinisten 
sehr viel schlechter, als die grossen französischen Eisen 
bahngesellschaften. 
Trotzdem ist nicht zweifelhaft, dass in einem demo 
kratischen Staat, in einem Staat mit parlamentarischer 
Regierung, wo die Masse des Volkes an den Wahlen teil 
nimmt, die Leute immer noch leichter bei einer beab 
sichtigten Verbesserung ihrer Lage zum Ziele gelangen, 
wenn es sich um Staatsbetriebe handelt als in Privat 
betrieben, weil der Staat der öffentlichen Meinung viel 
mehr Rechnung tragen muss, als die Gesellschaften, die 
der öffentlichen Controle so gut wie ganz entzogen sind. 
Wenn übrigens die Nominallöhne des Personals in 
Staatsbetrieben niedriger sind, als die in privaten Betrieben 
gezahlten, so gewinnen doch die Arbeiter an Sicherheit, 
was sie an Geld weniger erhalten. Sie begnügen sich mit 
weniger Lohn aus demselben Grunde, aus dem sich die 
Besitzer von Staatspapieren mit einer niedrigeren Rente 
begnügen. Die Sicherheit und Dauer ihres Arbeitsverhält- 
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