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alles dazu beiträgt, die Bedeutung der altruistischen
Facturen zu mindern.
Die productive Ueberlegenheit der Vereinheitlichung
der Unternehmungen, der Socialisierung der Arbeit, wird
teilweise wett gemacht durch die Interesselosigkeit, den
Geist der Routine, die vielen Schreibereien, die verschwen
derischen Angewohnheiten, die Vernachlässigung der
Wünsche des Publicums, die man mit gar zu vielem
Recht der modernen Bureaukratie vorwirft. Und wenn
man auf den Betrieb städtischer Unternehmungen in
manchen demokratischen Gemeinden mit Recht als auf
Musterbetriebe hinweisen kann, so beschränkt sich das, was
man zu gunsten der meisten Staatsbetriebe sagen kann,
darauf, dass die Vorteile der Verstaatlichung nicht von
den Nachteilen in Hinsicht auf die Production übertroffen
werden, jener Nachteile, die ähnlich auch bei den grossen
Privatgesellschaften Vorkommen.
Wie dem auch immer sei, so kann man doch nicht oft
genug darauf hinweisen, dass es ein grober Fehler ist,
wenn man den Collectivismus einfach als eine Weiter
ausdehnung der heutigen Staatsbetriebe betrachtet. So
lange die sociale Herrschaft der Bourgeosie andauert, so
lange bleiben die öffentlichen Unternehmungen in der
That notwendigerweise capitalistische Unternehmungen,
die durch den Staat als Unternehmer betrieben werden,
wenn nicht ausschliesslich im Interesse der herrschenden
Classe, so doch unter weitgehender Berücksichtigung
dieser Interessen.