Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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Die Arbeit des einzelnen wird, wie Rodbertus sehr tref 
fend ausführt,*) zu einem grossen Teil nur durch die ge 
meinschaftliche Arbeit fruchtbar. Wie käme also dem ein 
zelnen das zu, was er gar nicht geschaffen hat? Die 
Gesamtheit, durch deren Anstrengung einzig die Er 
gebnisse nutzbringend gestaltet, hat auch ein Recht auf 
einen Teil des gesellschaftlichen Productes. 
In dem Augenblicke also, wo die gesellschaftliche 
Production an Stelle der individuellen tritt, darf die Formel 
des Rechtes auf den gleichen Arbeitsertrag nicht mehr 
in ihrem individualistischen Sinne genommen werden. Sie 
bedeutet nur, dass die Gesamtheit der Arbeiter dien vollen 
Genuss von den Früchten der gemeinsamen Arbeit haben 
muss, ohne dass von dem Privatbesitzer der Productions- 
mittel irgend etwas davon weggenommen werden könnte. 
Aber das sagt uns noch nicht, was denn von den 
durch die gemeinsame Arbeit erzeugten Reichtümern, an 
deren Erzeugung er mitgeholfen hat, auf jeden Arbeiter 
entfällt; und hier glauben ja unsere Gegner — die den 
Gegensatz zwischen dem Recht auf Existenz und dem 
Recht auf den vollen Arbeitsertrag unterstreichen — den 
Stein gefunden zu haben, an dem der Socialismus scheitern 
muss. 
Der Socialismus, so sagt man, hat keine Formel für 
die Verteilung. Nationalökonomen wie Leroy-Beaulieu, 
stimmen in diesem Puñete mit anarchistischen Com- 
munisten wie Kropotkin überein, die der collectivistischen 
Formel das communitäre Princip entgegenstellen: Jedem 
nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürf 
nissen. 
§ 2. 
Das Recht auf Existenz. 
In seinem Buche: Der Wohlstand für alle, in dem 
er die Formel des Rechtes auf Existenz oder vielmehr 
*) Vergl. Rodbertus: Das Capital (Berlin, 1884).
	        
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