Propaganda Unterstützungen, deren Grösse nach dem vor
handenen Ueberschusse von der Generalversammlung der
Mitglieder bestimmt wird; und erst, nachdem alle diese
Aufgaben vorher gelöst worden sind, nachdem man ferner
die Summen bestimmt hat, die in Reserve gelegt werden
oder zur Amortisation und Verbesserung der gemein
samen Arbeitsmittel dienen sollen, — erst nachher ver
teilt man den Rest des Ueberschusses an die Mitglieder.
Geradeso würde in einem socialistischen Staate erst
nach der Versorgung der Bedürfnisse allgemeinen In
teresses, erst nach der Sicherung des Existenzminimums
für alle Mitglieder der Gesellschaft der Ueberschuss der
Producte, oder vielmehr der producierten Sachgüter, zum
Gegenstand einer differenzierten Verteilung werden.
In dem Masse, wie es vom Standpuncte der Production
aus social nützlich sein würde, einzelnen Arbeitern oder
Arbeitergruppen besondere Vorteile zuzuwenden, um ihre
Arbeitslust und Arbeitskraft zu steigern, würde auch eine
collectivistische Gesellschaft mutatis mutandis die Unter
schiede in der Entlohnung aufrecht erhalten können, die
wir heute schon bei den öffentlichen Diensten finden.
Der Collectivismus erfordert also keineswegs not
wendig die Gleichheit der Entlohnung.
Und das gestattet uns zugleich die Antwort auf die
lächerliche Einwendung, in einer socialistischen Gesell
schaft würden alle nur die angenehmsten und leichtesten
Arbeiten verrichten wollen. Es müsste also, so sagt man,
Zwang angewendet werden, um eine richtige Verteilung
der Arbeitskräfte durchzusetzen ; das Cloakenreinigen
müsse obligatorisch gemacht werden, wie heute der Mi
litärdienst.
Dagegen haben wir zunächst zu bemerken, dass man
an dem Tage, wo es so sein würde, schnell die nötigen
Erfindungen gemacht haben würde, um die „abstossenden
Arbeiten“ auf das geringste Mass zu reducieren. Aber
um diesen Einwurf mit voller Kraft zurückzuweisen mit