Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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wäre es nach unserer Meinung, wenn man im einzelnen 
den Plan einer Organisation entwerfen wollte, von der 
nur erst die grossen Züge am socialen Horizont erscheinen. 
Wir verweisen übrigens diejenigen, deren Geist an 
dieser Art von Hypothesen Gefallen findet, auf die vielen 
Beschreibungen des „Zukunftsstaates“, die seit io Jahren 
entstanden sind. Sie haben die allergrösste Auswahl und 
können sich für die wissenschaftliche Präcision eines 
Schäffle,*) für die Erfindungsgabe eines Bellamy**) oder 
für die köstlich-poetische Phantasie eines William Mor 
ris***) entscheiden ; wenn sie die Masse dieser heutigen 
Utopieen durchgelesen haben, dann wird ihnen die Ver 
schiedenheit dieser idealen Constructionen selbst schon 
den wesentlich subjectiven Charakter solcher Schilderun 
gen gezeigt haben. 
Wir sind übrigens weit entfernt, die thatsächliche 
Nützlichkeit solcher literarischen Productionen zu ver 
kennen: sie concretisieren auf die angenehmste Art die 
Abstraction der Systeme; sie antworten auf tausend kleine 
praktische Einwendungen, die von den Lippen der Feinde 
aller Neuerungen kommen. Sie gewöhnen unseren Geist 
daran, sich frei und unabhängig ausserhalb der histori 
schen Formen der bürgerlichen Welt zu bewegen; aber 
wenn sie uns geholfen haben, unsere Träume zu präci- 
sieren, dann müssen wir wieder mit der Wirklichkeit Füh 
lung suchen, die Hindernisse abmessen, die uns von dem 
gelobten Lande trennen, und Mittel suchen, mit denen 
die Völker, die auf dem Wege zu einer besseren Zukunft 
sind, dorthin gelangen können. 
*) Schäffle: Die Quintessenz des Socialismus. 
**) Bellamy: Ein Rückblick. (Leipzig, Reclam.) 
***) Morris: Neues aus Nirgendland. (Leipzig, Herrn. See 
mann Nachf.)
	        
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