Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

die Anschauungen und Sitten wandeln. Selbstverständlich 
müsste der Lohn auf alle Fälle den Arbeitern ein aus 
giebiges Existenzminimum gewährleisten.“*) 
Nach der Meinung ihres Schöpfers müssten diese 
socialen Werkstätten vom Gesichtspunct der Productivität 
der Arbeit aus eine solche Ueberlegenheit über die capi- 
talistischen Werkstätten zeigen, dass diese notwendiger 
weise gezwungen wären, einzugehen oder sich in sociale 
Werkstätten zu verwandeln. 
„Anstatt, wie heute jeder Grosscapitalist, Herr und 
Tyrann des Marktes zu sein, würde die Regierung sein 
Regulator sein. Sie würde sich der Waffe der Concurrenz 
nicht zum gewaltsamen Umsturz der Privatindustrie be 
dienen, den sie vielmehr unter allen Umständen zu ver 
meiden ein Interesse hätte, sondern zur unmerklichen 
Ueberführung in die höhere Form. Denn sobald in irgend 
einer Industriebranche eine sociale Werkstatt eröffnet 
würde, würde man wegen der Vorteile, die sie ihren Teil 
nehmern bietet, Arbeiter und Capitalisten dorthin strömen 
sehen. Nach Ablauf einer gewissen Zeit würde man sich 
ohne Usurpation, ohne Ungerechtigkeit, ohne unersetz 
lichen Schaden und zu gunsten des Associationsprincips 
die Erscheinung vollziehen sehen, die sich heute so be 
klagenswert, durch die Tyrannei und zu gunsten des indi 
viduellen Egoismus vollzieht. Heute kann ein sehr reicher 
Industrieller seine Concurrenten durch einen grossen 
Schlag tot auf dem Platze lassen und einen ganzen 
Industriezweig monopolisieren. In unserem System würde 
sich der Staat allmählich zum Herrn der Industrie machen, 
und wir würden als Erfolg nicht das Monopol, sondern 
die Abschaffung der Concurrenz zu verzeichnen haben: 
die Association.“ 
Gegen diesen Plan zur Organisation der Arbeit gäbe 
es vieles einzuwenden, denn im grossen und ganzen setzt 
*) Louis Blanc: Organisation du travail. (Brüssel, 1852) 
pag. 117 ff.
	        
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