auch nicht einzusehen, warum die persönliche Initiative
der Privat angestellten unter der Herrschaft des
anonymen Capitals, der Actiengesellschaften, grösser sein
soll, als das der Staats angestellten, — vorausgesetzt
natürlich, dass man diesen dieselben materiellen Vorteile
und dieselbe Actionsfreiheit gewährt, wie jenen.
Aber wir wollen gleich hinzufügen, dass es das Feld
des Collectivismus gar zu eng umgrenzen hiesse, wenn man
ihn auf die alten, concentrierten, automatisierten In
dustrien beschränken wollte, deren Betrieb so sehr zur
Routine und Einförmigkeit geworden ist, dass ihre Aus
beutung durch die öffentliche Gewalt auch schon in ihrer
heutigen Organisation vorteilhaft wäre. In dem Masse,
wie ihre Organisation vervollkommnet wird, verlieren die
Einwendungen, die man berechtigterweise gegen die
Uebernahme anderer Industrieen machen kann, an Be
deutung.
Dass in der heutigen Ordnung sowohl der industrielle
als auch der collective Betrieb vom Standpunct der Pro
duction aus Nachteile und Vorteile hat, das zeigt sich
mit um so grösserer Deutlichkeit, wenn man die beiden ein
ander am stärksten entgegengesetzten Betriebsarten, das
Handwerk und das Staatsmonopol, gegen einander hält.
Während aber die Vorteile, die dem eigentlich individuellen
Betriebe eigen sind — und denen die Kunst- und Luxus
industrien die Dauer ihrer Existenz verdanken —, mit dem
Fortschritt der capitalistischen Concentration und mit der
Weiterverbreitung anonymer Capitalorganisationen immer
mehr abnehmen, wachsen im Gegenteil die Vorteile und
Vorzüge des Collectivbetriebes mit dem Fortschritt der
politischen und socialen Organisation.
Anfangs haben wir es mit dem Pickelhaubenstaat zu
thun, der, plötzlich in einen Industriellen oder Kaufmann
verwandelt, seine ganze Brutalität, seine waldursprüngliche
Grobheit bewahrt, sein Personal beinahe so schlecht be
handelt, wie die schlimmsten capitalistischen Sclavenhalter,