Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

Hohenmooren der Ardennen, in den Walddistricten 
zwischen Sambre und Maass. Dagegen herrscht das 
capitalistische Eigentum, die Bewirtschaftung durch Päch 
ter, ohne Ausnahme in den reichsten Gegenden, so dass 
ein conservativer Schriftsteller, de Lavallée-Poussin, sagen 
konnte:*) „Die Entwickelung des bäuerischen Eigentums 
steht im umgekehrten Verhältnis zu dem Werte des Grund 
und Bodens. Dort, wo der Boden hoch im Preise steht, 
überwiegt das Pachtsystem; nur sehr wenig Besitzer be 
wirtschaften ihren eigenen Besitz und die meisten Bauern 
sind Pächter. Umgekehrt ist es in den Gegenden, wo 
der Grund und Boden geringen Wert hat, und je geringer 
der Wert ist, umsomehr ist die Eigenwirtschaft des Be 
sitzers vorherrschend.“ 
Das Anwachsen der Bevölkerung, die Entwickelung 
der Städte, die Ausdehnung der Industriecentren, die 
Fortschritte der intensiven Cultur, alle diese Tendenzen, 
die auf eine Wertsteigerung des Grund und Bodens hin 
wirken, sind zugleich Tendenzen zur Scheidung des Be 
sitzes von der Arbeit, zur Ersetzung der Eigenwirtschaft 
und des persönlichen Eigentums durch die Pachtwirt 
schaft und das capitalistische Eigentum. 
Schon Marx hat darauf hingewiesen, dass unter der 
Herrschaft der capitalistischen Production die Trennung 
des selbstwirtschaftenden Besitzers in zwei Persónen, näm 
lich in den Besitzer und den Unternehmer, eine notwendige 
Consequenz des Privateigentums von Grund und Boden 
ist. In dem Augenblick aber, wo diese Scheidung sich 
vollzieht, beginnt die Ausbeutung des Arbeiters. 
Dabei spielt es nur eine sehr geringe Rolle, ob Gross 
betrieb oder Kleinbetrieb vorherrscht. 
In den Gegenden mit capitalistischer Landwirtschaft 
im strengen Sinne des Wortes — gekennzeichnet durch 
*) La propriété paysanne (Revue sociale catholique vom 
I. Februar 1898, pag. 10).
	        
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