Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

Gesamtheit der von den Arbeitsräten beobachteten Arbeiter 
haushalten das Einkommen aus anderen Quellen als aus 
dem Lohne oder der öffentlichen Armenunterstützung nur 
i,8 o/o ausmacht.*) 
Gewiss bedeuten die 532 Millionen, die 1898 bei den 
Sparcassen eingelegt waren, eine grosse Summe. Mehr 
als eine halbe Milliarde, so hört man sagen, das ist doch 
etwas! Freilich, aber man darf nicht vergessen, dass 
diese halbe Milliarde sich auf 1 500000 Sparcassenbücher 
verteilt, dass die grössten Sparcassenbücher nicht Arbeiter 
familien gehören und dass die Durchschnittssumme der 
Depots nur 372,87 Francs beträgt, was einem jährlichen 
Zinseinkommen von 13,05 Francs gleichkommt! 
Von 100 Sparcassenbüchern lauteten 42,2 auf 1—20 
Francs; 19,2 auf 21—100 Francs; 18,7 auf 101—500 
Francs; 6,9 auf 501—1000 Francs; 13,0 auf 1001 Francs 
und mehr. 
Mehr als 60 von 100 Sparcassenbüchern lauteten also 
auf weniger als 100 Francs. Selbst wenn man nun noch 
den Inhalt der Sparbüchsen und der bekannten Spar 
strümpfe hinzunimmt, die Summen, die in Privatsparcassen 
festgelegt sind, sie Mittel der Arbeitergenossenschaften, 
die auf die Häuser der Wohngenossenschaften eingetrage 
nen Capitalien, so muss man doch immer noch der Schluss 
folgerung beistimmen, dass es eine bittere Ironie ist, wenn 
man die Proletarier als kleine Capitalisten bezeichnen will. 
§ 2. 
Die Demokratisierung des Capitals. 
„In der Socialdemokratie herrscht die Vorstellung 
vor oder drängt sich doch immer wieder dem Geiste 
auf, dass der Concentration der industriellen Unternehmun 
gen eine Concentration der Vermögen parallel läuft. Das 
*) Budgets ouvriers pour le moi d’avril 1891 (Brüssel, 
Weissenbruch, 1892), pag. 433 ff.
	        
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