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wirkt in seiner schriftstellerischen Abteilung. Wie es scheint, gehört zu seinen
Aufgaben die verschleiernde Taktik der Tatsachen, und daher wohl die Wahl des
irreführenden Titels.
§ 15.
Aber auch Herr Stalldinger hat an dem Titel meiner zuerst erschienenen
Schrift etwas auszusetzen. Ihm gefällt der Ruf „Los von den Konsumvereinen
und Warenhäusern!" ganz und gar nicht. Er ist ihm zu ausdrucksvoll, zu vollmundig,
und dann ist ihm auch die Verkoppelung der Konsumvereine mit den
Warenhäusern anstößig. Er meint, es könnte für das Gemeinwohl doch sehr
nachteilig sein, wenn meine Leser für beide so gänzlich entgegengesetzte Gebilde
die gleiche Abneigung eingeflößt erhielten. Die Warenhäuser gibt er preis, da
warnt er selbst davor, aber in bezug auf die Konsumvereine schlägt er sogar vor,
allen Schichten der arbeitenden Bevölkerung zuzurufen: Los von den Vorurteilen
gegen die Konsumvereine!
Über das Ausdrucksvolle des Titels will ich nicht weiter rechten. Ich kann
es nicht bestreiten, daß der Weckruf gut in das Ohr fällt. Das sollte er auch.
Um so mehr muß ich aber der Behauptung widersprechen, daß Konsumvereine
und Warenhäuser so gänzlich entgegengesetzte Gebilde wären. Sie sind vielmehr
einander in so vielen Punkten gleich, daß man von den einen nie sprechen sollte,
ohne die anderen zu nennen. Ich habe es früher nicht immer getan und bin
erst durch meine Magdeburger Freunde dazu veranlaßt worden, als ich mit
ihnen über das Thema eines Vortrags verhandelte. Ich spreche diesen hiermit
meinen besten Dank aus, denn ich bin dadurch wesentlich in meiner Erkenntnis
der beiden Mittelstandsschädlinge gefördert worden. Herr Staudinger fühlt
wohl auch instinktiv, daß durch die Nebeneinanderstellung seiner Schützlinge mit
den auch ihm anrüchigen anderen „Modernen" aus der Handelsbranche bald
eine Gemeinsamkeit der Gesichtszüge gefunden werden könnte, die zu nachteiligen
Ri'lckschlüssen im Publikum führen müßte. Vielleicht überlegt er sich selbst einmal,
ob z. B. nicht sowohl die Konsumvereine wie die Warenhäuser häufig das Gemeinsame
haben, daß sie durch egoistische Bestrebungen einzelner Personen ins
Leben gerufen werden. Bei den Warenhäusern konstatiert er die Tatsache selbst,
bei den Konsumvereinen freilich wird immer mit dem Brustton der Überzeugung
behauptet, daß sie ihr Entstehen einem M a s s en t r i e b verdankten. Weit gefehlt!
Jeder Kenner weiß, daß die treibende Kraft fast stets in dem Wunsch einzelner
Personen liegt, sich gute Posten und größeren politischen Einfluß zu verschaffen.
Als schriftlichen mir gerade zur Hand liegenden Beweis hierfür führe ich ein
gewiß unverdächtiges Zeugnis an. Ich entnehme es dem sozialdemokratischen
Hallischen Volksblatt vom 15. Juli 1904, wo es bei einer polemischen Auseinandersetzung
zwischen den Genossen des Merseburger Konsumvereins heißt:
„ da den meisten Mitgliedern bekannt ist, daß der Verein ins Leben