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An wen verkaufen denn die Warenhäuser ihre Sachen und Sächelchen?
Doch an die Städter und an die Bewohner der Umgebung, welche sonst die
einzelnen Geschäfte besuchten. Ist das nicht auch nur Stadtwirtschaft? Durch
diesen rein lokalen Absah unterscheiden sich die Warenhäuser sehr zu ihrem
Nachteil von den Großbetrieben der Industrie, welche ihre Fabrikate auch
exportiert und dadurch Geld ins Land und in die Stadt bringt, während die
Warenhäuser durch ihren Weltbezug eine Stadt nur auspowern. Der Vergleich
der Warenhäuser mit den industriellen Großbetrieben hinkt also auf beiden
Seiten.
Auch die stark vermehrte Zahl der Arten der Artikel, die wechselnde Mode,
die Ansprüche des Publikums an die Qualität der Ware, den gesteigerten Massenkonsum,
die Zeitersparnis beim Einkauf in den Warenhäusern, die Schaffung
eines ziemlich breiten industriellen Mittelstandes, den Schutz des Publikums vor
Uberteuerung durch Kartelle, Preiskonventionen und Syndikate, alle diese
Momente zählen die Verteidiger der Warenhäuser zu Unrecht als ebenso viele
Gründe für die Notwendigkeit des Bestehens dieser Großgebilde im Kleinhandel
auf.
Denn jedes alte Geschäft hat sich stets gefreut, sein Lager mit einem neuen
Artikel bereichern zu können, der wechselnden Mode können viele Geschäfte,
wenn sie Abnehmer haben, ebenso folgen wie ein Jahrmarkt, und wie die Qualität,
falls die gute gemeint ist, ein Hindernis für den Verschleiß einer Ware durch
Spezialgeschäfte sein soll, das verstehe, wer es kann. Die Verbreitung geringer
und geringster Qualitäten macht man den Warenhäusern mit Recht zum Vorwurf.
Ein ganz unklarer und auf Täuschung berechneter Begriff ist das, was man mit
dem Wort Massenkonsum mehr fühlen läßt als deutlich sagen kann. Er ist
entstanden durch die umfangreiche, schematische Herstellung von Gebrauchsartikeln,
deren Absatz an die einzelnen Bevölkerungsgruppen den Eindruck einer langweiligen
Gleichförmigkeit erzeugt und dadurch auf die Nerven fällt. Indem
man immer dieselben Regenschirme, dieselben Gehstöcke, dieselben Hüte sicht, wird
man immer wieder daran erinnert, daß alle diese Sachen nach Schema F bei
eine m Fabrikanten hergestellt werden, und das erweckt den Anschein des Massenhaften
als Erzeugnis einer Fabrik. In Summa sind vielleicht gar nicht mehr
von diesen Gegenständen vorhanden, als dasein würden, wenn größere Mannigfaltigkeit
herrschte. Es ist also ganz falsch, wenn man die Eintönigkeit für ein
Zeichen des allgemein vermehrten Umsatzes hält und sie für eine Quelle größeren
Produktionsbedürfnisses ansieht. Dafür haben eben die anderen Geschäfte keinen
Umsatz gehabt.
Auch die Zeitersparnis ist zumeist nicht vorhanden. Wie lange dauert es
oft, ehe ein Kunde die Abteilungen findet, in welchen die gewünschten Waren