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Gemeinnützige
Rabattsparvereine.
müssen es sein. Das läßt sich nicht schematisieren. Wenn nun jemand in
einer Stadt herumläuft und überall nur das kauft, was gerade am billigsten
ist, so tut er dasselbe wie ein Junge, der seinen Geschwistern die Rosinen aus
dem Kuchen knaupelt, er ist ein detaillierter Freibeuter. Ein Regiment solcher
Freibeuter stellen die Mitglieder eines Konsunlvereins dar. Dieser hat sich die
sog. Brotartikel der Kaufleute ausgesucht und überläßt es ihnen, die nicht gangbaren
Waren, an denen zum Teil zugesetzt wird, für seine Mitglieder zu führen.
Es ist das ganz hinterlistig, und bei solchen Waren die Mitglieder ihr Unrecht
immer wieder fühlen zu lassen und sie ihnen auch gelegentlich zu verweigern,
ist ein Akt praktischer Unterweisung.
Daß es Kaufleute gibt, welche Konsumvereinsmitgliedern borgen, wenn
ihnen der Kredit im Vereinslokal gesperrt ist, verstehe ich nicht. Solchen Geschäftsleuten
ist es recht, wenn sie obendrein noch verhöhnt werden.
Für sehr nachahmenswert halte ich auch ein in einer Stadt angeregtes
Zurückhalten der Gewerbetreibenden in der Annahme und Führung von städtischen
Ehrenämtern, wenn sich die städtischen Beamten nüt dem Bürgermeister an
der Spitze dem Konsumvereinssanatismus ergeben haben. Wenn nur das gesetzlich
Nötige geleistet wird, werden die Herren am eigenen Leibe durch Auf-Wendung
von mühseliger Arbeit des Suchens nach passenden Personen schon
spüren, wie sehr bei einer geordneten Verwaltung auf die freiwillige Leistung
des gewerblichen Mittelstandes gerechnet ist. Die Herren müssen sich sowieso
bald darauf einrichten, diese Hilfe nicht mehr zu haben, wenn der Konsumvereinsnnd
Warenhausunfug so tveitergeht wie bisher.
§ 58.
Am wirksamsten ist selbstverständlich sowohl die Schutz- als auch die Trutzwehr,
wenn sich die Gewerbetreibenden zu einem gemeinsamen Handeln entschließen.
Das ist in vielen Orten durch Bildung von Schutzvereinen für
Handel und Gewerbe, oder von kaufmännischen Vereinen und von Gewerbevereinen
geschehen. Es ist dies nur zu lobeu, geuügt aber nicht, weil hier leicht
Unterströmungen entstehen, welche nach außen ein geschlossenes aktives Vorgehen
verhindern oder schwächen. Die einen denken, daß ihre Branchen noch nicht gefährdet
sind und wollen deshalb ja bei niemand anstoßen, die anderen stehen
mit Konsumvereinen in Geschäftsverbindung und fürchten deren Kundschaft
verlieren — als ob die nicht doch über lang oder kurz nach Hamburg ginge! —
ein dritter hat sich gar schon, wie ich es von einem Dessauer Vorsichtsrat gehört
habe, Rückendeckung verschafft, indem er bei Konsumvereinsgewaltigen wegen
einer eventuellen Übernahme eines Lagerhalterpostens vorstellig geworden ist usw.
Wie soll da etwas Energisches zustande kommen?