tïi
36 XXV 1.
fach der: Nordamerikas Überflufs an Lebensrnitteln, Holz und
Vieh, sowie der bequeme Seeverkehr nach Westindien er
möglichte es den britischen Inseln, ihr Produktionsinteresse
einseitig auf die Gewinnung der wertvolleren tropischen Er
zeugnisse, insbesondere des Zuckers, zu richten, während die
spanischen und französischen Inseln vom nordamerikanischen
Kontinent ausgeschlossen waren und nicht so kapitalistisch
wirtschaften konnten, weil sie aufser den Kolonialwaren noch
Lebensmittel anzubauen gezwungen waren. Dieser Umstand
hielt die Zuckerpreise hoch, schützte die britischen Pflanzer
vor der ausländischen Konkurrenz und bewahrte der britischen
Sklavenarbeit ihre Rentabilität. Schon Adam Smith berichtet
(IV, 7. Kap., 2. Abt.), „dafs der Fortschritt und Wohlstand
der britischen Inseln keineswegs dem Fleifs der Kolonisten
oder dem Ertrag des Bodens zu verdanken sei, wie auf den
französischen Inseln, sondern zumeist Englands grofsem Reich
tum aus andern Ländern, von dem ein Teil auf diese Inseln
überflösse. An sich sei der Betrieb der französischen Plan
tagen dem der britischen überlegen.“ Ebenso urteilt Chalmers
(8. 144/5): „Britisch-Westindien habe seine Anregung, seine
Kapitalien und Arbeitskräfte stets aus England empfangen,
sei dafür auch mit 50 Mill. £ verschuldet, während Fran
zösisch-Westindien alles sich selbst allmählich durch Sparsam
keit erworben hätte.“
Der Aufstand der nordamerikanischen Kolonien stürzte
die britischen Sklaven insein in jene Krisis, von der sie sich
im Grunde genommen bis zum heutigen Tage nicht wieder
erholt haben.
Bereits zu Anfang des amerikanischen Unabhängigkeits
krieges sah sich die britische Regierung genötigt, ihren treu
gebliebenen westindischen Kolonien jeden Verkehr mit den
Rebellen zu untersagen. Wegen dieses Verbotes petitionierte
die Assembly of Jamaica im Jahre 1775 beim König und er
klärte, das „the most dreadful calamities . . . and the inevitable
destruction of the small sugar colonies must follow the present
unnatural contest with the Americans“ (Southey II, S. 422 ff.).
Eine andere Petition an das Unterhaus besagte, „that the
sugar plantations were necessarily dependant upon external
support, and that the profits ... in a great measure depended
on a free intercourse with North America“ (ebendort). Die
Gesuche hatten keinen Erfolg; der Handel blieb verboten.
„In consequence of the war great distress was felt in the
islands“ (Southey II, 425; auf Bridges II, 167).
Als die Vereinigten Staaten 1783 endgültig aus dem
britischen Staatsverbande herausgetreten waren, stand England
vor der wichtigen Entscheidung, wie es in Zukunft seine
Schiffahrtsgesetzgebung in Westindien einzurichten hätte. Sollte
es, wie früher, die nordamerikanischen Schiffe in seinen west-