fullscreen: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1868-1883 / [hrsg. von D. Rjazanov] (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 4)

(1301) 1869 Aug. 10 
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vielen Schlag auf Schlag folgenden strikes in Frankreich. Dieser 
Artikel von Jerusalem schließt wie folgt: „Quoi qu'’il en soit, on 
sait maintenant qu’il depend de la Ligue de faire cesser la vie 
sociale 1A ol il entrera dans ses vues de tout arr&ter d’un seul 
; mot. S’il se trouvait un ministre ambitieux qui süt gagner ses 
bonnes gräces, on comprend ce qu'il pourrait contre des rivaux 
qui le ge&neraient. Nous sommes parfaitement convaincu que ce 
möme ministre, une fois arrive a son but, n’aurait rien de plus 
presse que de detruire la Ligue par des procedes radicaux; Nous 
o ne savons pas s’il y reussirait; mais, pour l’instant, nous decla- 
rons que la Ligue internationale est veritablement la Dictature 
universelle. Attendons le moment ol ses caisses seront pleines.“ 
Wenn der Kerl bis dahin wartet, kann er lang warten. 
Wilhelms in der Beilage abgedruckte[r] Redeteil (in Ber- 
ws lin gehalten) zeigt innerhalb der Dummheit eine nicht zu leug- 
nende Schlauheit, sich die Sache zurechtzumachen. Übrigens ist 
das sehr schön! Weil man den Reichstag nur. als Agita- 
tionsmittel benutzen darf, darf man niemals dort für 
etwas Vernünftiges und direkt die Arbeiterinteressen Betreffen- 
o des agitieren! Die Hlusion des braven Wilhelm, daß, weil 
Bismarck Arbeiterfreundliche Redensarten „liebt“, er deshalb 
sich wirklichen Arbeitermaßregeln nicht widersetzen 
würde, ist really charming! „Als ob“ — wie Bruno Bauer sagen 
würde — Herr Wagener”) nicht im Reichstag sich theoretisch 
für die Fabrikgesetze erklärt, aber praktisch dagegen, 
„weil sie unter den preußischen Verhältnissen nutzlos seien“! 
„Als ob“ Herr Bismarck, wenn er wirklich etwas für die Arbeiter 
tun wollte und könnte, nicht die Ausführung der existie- 
renden Gesetzgebung in Preußen selbst erzwingen würde! 
w Bloß dadurch, daß dies in Preußen geschähe, müßte ja das 
liberale „Sachsen“ etc. nachfolgen. Was Wilhelm nicht begreift, 
daß die jetzigen Regierungen zwar mit den Arbeitern kokettieren, 
aber sehr wohl wissen, daß ihr einziger Halt in der Bourgeoisie 
liegt, daß sie daher letztre mit Arbeiterfreundlichen Phrasen 
w ängstigen, aber nie realiter gegen sie vorgehn können. 
Das Vieh glaubt an den zukünftigen „Staat der Demo- 
kratie“! Unter der Hand ist das bald das konstitutionelle Eng- 
land, bald die bürgerlichen Vereinigten Staaten, bald die elende 
Schweiz. Von revolutionärer Politik hat „es“ keine Ahnung, Was 
ner als Beweis — nach dem Schwabenmayer — der demokra- 
tischen Tatkraft gibt: die Eisenbahn nach Kalifornien ist gebaut 
worden, indem die Bourgeois eine enorme Masse „Volksland“ 
sich selbst per Kongreß schenkten, also die Arbeiter davon 
expropriierten, indem sie, um den Lohn herabzudrücken, 
1) Im Orig. Wagner 
ff Sfi— U
	        
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