Full text: Der Pommersche Landbund

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zu tun haben. Wir sind neugierig, was sich daraus weiter entspinnen wird. 
In Greifenberg haben die Regierungsvertreter gesagt, daß Maßregelungen 
wegen des Streiks nicht stattfinden werden. Heute aber liegen schon 180 
Entlassungen im Kreise Greifenberg vor. Wir dürfen das nicht zulassen, 
der Pommersche Landbund würde völlig freies Spiel bekommen. In 
Grcifenberg ist die Hochburg der Pommerschen Landbündler. Der Ge 
schäftsführer Dr. Wolfgramm hat in seinem Hause ein Maschinengewehr. Der 
Behörde ist davon Meldung gemacht, es ist ihm aber bis heute noch nicht 
abgenommen. Wir haben auch die dortigen Vorgänge genügend in die 
Presse gebracht, aber es wird nichts getan. Der Landbund hat freies Spiel, 
uns werden stets Steine in den Weg gelegt. Wir werden vom Lundbund 
oben schwarz gemalt, es wird erklärt, wir seien Bolschewisten. 
Die Regierung ist noch leider viel zu schwach, wenn sie von ihren Macht 
mitteln Gebrauch gemacht hätte, würden die Pommerschen Junker nicht so 
frech werden. Wenn die Regierung ihre Stellung nicht gefährden will, muß 
sie hier so schnell wie möglich zufassen, damit den Pommerschen Junkern be 
wiesen wird, daß wir setzt zu bestimmen haben nicht die Reaktion. Der Pom- 
mersche Landbund sagt, er sei eine wirtschaftssriedliche Organisation. Gewiß, 
soweit sich die Arbeiter unter seine Bestimmungen fügen. Man verfolgt nur 
reaktionäre Pläne. Eine besondere Organisation für die Landarbeiter ist 
genau so notwendig, wie für die Industriearbeiter. Ma sagt, die Landarbeiter 
seien zum Teil Selbstversorger. Wenn aber heute unsere Landarbeiter ent 
lassen werden, so verlieren sie auch das Stück Acker, das sie zur Bearbeitung 
haben. Man spricht von bolschewistischen Unruhen. Ich möchte sagen, wenn 
die Regierung nicht energisch von ihren Machtmitteln gegenüber den reak 
tionären Plänen des Pommerschen Landbundes Gebrauch macht, dann 
müssen wir ihr den Vorwurf machen, daß sie Bolschewisten großzieht. Das 
geschieht nur dadurch, daß den Arbeitern nicht zu ihrem Recht verholfen 
wird. 
Wir können erfreulicherweise feststellen, daß wir unsere Landarbeiter 
nicht durch Zwang organisiert haben. Wir haben jetzt 19 000 organisierte 
Kollegen im Bezirk. Wenn wir nicht so mit Arbeiten überhäuft wären, 
hätten wir noch viel mehr. Aus einem Schriftwechsel mit dem Poinmer- 
schcn Landbund (der Redner verliest ihn) geht hervor, daß nicht wir allein 
der Ansicht sind, daß die jetzigen Löhne der Landarbeiter niedrig sind, son 
dern auch der Pommersche Landbund. Dann ein Wort über den Streik. 
Wer unser Wirtschaftselend kennt, wird die Streiterei heute für verwerf 
lich erklären. In Greifenberg haben wir cs durchgeführt, daß, wenn die 
Kollegen streiken, das Bieh gefüttert wird. Das ist auch überall geschehen 
Als die Kollegen sich deshalb erlaubten, auf dem Hof zu erscheinen, um das 
Vieh zu füttern, sind sie nachher e i n g e s p e r r t u n d sofort ent 
lassen worden; auch ist sofort der Gendarm er 
schienen. Ich werde noch das Material beibringen, damit gegen ihn 
eingeschritten und er seines Postens enthoben wird. Dieser Gendarm hat 
sich erlaubt, fünf Kollegen festzunehmen. Wir haben dem Re 
gierungsvertreter gesagt, wenn die Leute nicht sofort freikommen, lehnen 
wir jede Verhandlung ab. Der Landrat hat dann dafür gesorgt, daß die 
Leute sofort freigelassen wurden. Hier hat auch M i l i i ä r e i n g e- 
griffen. Auch in allen anderen Kreisen ist festzustellen, daß sofort Mili 
tär verlangt wird, wenn wir irgendwelche Lohnforderungen stellen, lieber 
die Bestimmung, daß die Sache erst an den Land 
rat gebracht werden m u ß, s e tz t m n n sich k u r z h i n- 
weg und fordert einfach bei der nächsten Zent Male
	        
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