Object: Wissenschaftliches Arbeiten

Vorwort zur ersten Auflage 
Den nächsten Anlaß zu dieser Zusammenfassung boten 
die praktischen Übungen des biblisch-patristischen Seminars 
an der Innsbrucker theologischen Fakultät. Seit einer Reihe 
von Jahren gehörte zu denselben auch die Besprechung 
der methodologischen Fragen, die mit der Wahl eines Themas, 
mit dem Sammeln und Verarbeiten des Stoffes, mit der 
Darstellung und Veröffentlichung einer wissenschaftlichen 
Arbeit zusammenhängen. Was dort in den letzten sechs 
Jahren erörtert wurde, bildet den Grundstock zu vorliegen- 
der Schrift. 
Sie möchte mit der Darlegung unseres Weges beim 
wissenschaftlichen Arbeiten den vielen, die einen ähnlichen 
Weg zu suchen haben, wenigstens etwas Zeit und Mühe 
sparen und zum leichteren Finden behilflich sein. Sie be- 
handelt daher die mannigfachen Einzelfragen mit beson- 
derer Rücksicht auf die praktischen Bedürfnisse und erörtert 
zB. auch die Kollektaneenfrage, die Zitationsweise , die 
technisch-formalen Anforderungen hinsichtlich der Darstel- 
lung und Veröffentlichung u. a. in ausführlicher Weise. 
Mit Rücksicht auf jene Kreise, die mit der wissen- 
schaftlichen Arbeitsmethode unserer Hochschulseminare noch 
weniger vertraut sind, geht der Einzelbehandlung der ge- 
nannten Fragen ein kürzerer einleitender Teil über die 
seminaristische Bildungsweise voraus. 
In beiden Teilen wird die einschlägige Literatur bei 
jedem Kapitel ausführlich angegeben, Von derselben muß 
Ernst Bernheims „Lehrbuch der historischen Methode“ hier 
besonders erwähnt werden, das namentlich bei den mehr 
theoretischen und prinzipiellen Fragen vielfach mit Nutzen 
verwendet wurde. 
Dem allgemeinen Charakter der methodologischen Fragen 
entsprechend berücksichtigt die Schrift nicht bloß eine ein- 
zeine Klasse von wissenschaftlichen Arbeiten, sondern alle 
Arten, die in der allgemeinen Methode mit den biblisch- 
patristischen Studien übereinstimmen. Weniger in Betracht 
kommen daher nur die ausschließlich experimentellen, die 
ganz praktischen und die rein spekulativen Wissenschaften, 
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