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I. Bremen notierte am t. Sept. 1897 per ® Good Oomrawuttee II 36 9)
Fracht und Spesen bis zur Spinnerei 1,5 „
15 % Abfall 5.625 „
Mithin kostet das ® gereinigte Baumwolle 43,125 9)
Garnpreis No. 20 61,5 9)
ab 3°/ 0 Verkaufsspesen 1,845 „ (2 °/ 0 Skonto, 1 °/ 0 Provision)
netto 59,655 9)
43.125 „
16,530 9) — Spinnlohn.
II. Bremen notierte am 1. Sept. 1899 33 9)
Fracht und Spesen 1,5 ,,
15 »/„ Abfall 5,175 „
I % gereinigte Baumwolle 39,ö75 fy
Garnpreis No. 20 51
ab 3 °/ 0 Verkaufsspesen 1,53 ,,
netto 49,47 d)
39,675 „
9,795 9) = Spinnlohn.
III. Bremen notierte am i. Mai igoo 51,75 9)
Fracht und Spesen 1,5 „
15 °/ 0 Abfall 7,0875 „
i gereinigte Baumwolle 61,2375 c)
Garnpreis No. 20 75 $
3 °l0 Verkaufsspesen 2,25 „
netto 72,75 $
61,2375 „
11,5125 9i — Spinnlohn.
Es geht hieraus hervor, daß die Spinnerei seit 1899 mit Verlust
arbeitete; um den Betrieb aufrecht zu erhalten, wurde möglichst viel
produziert. — Folge: Überproduktion. Man kann hiernach den
Spinnern nur einen kleinen Teil der Schuld beimessen. Die Notlage
verschuldeten sie nicht selbst.
Die Gründe, weshalb die deutsche Baumwollspinnerei vorläufig
auf die Hochhaltung der Garnzölle dringen muß, liegen darin, daß
die englischen Spinnereien wesentlich billiger produzieren als die
deutschen. Anlage und Unterhaltung eines Betriebes ist in England
bedeutend billiger als in Deutschland. Da wir noch vielfach auf den
Bezug englischer Textilmaschinen angewiesen sind, entstehen uns
hohe Kosten. Man hat berechnet, daß durch die Kosten für Ver
packung, Fracht, Zoll und Montage durchschnittlich Mehrauslagen
von 25 bis 3o°/ 0 entstehen 1 ). England hat ferner nicht mit Aus
gaben für soziale Zwecke zu rechnen und hat den Vorteil des billigen
Kohlenbezugs voraus, auch die Preise des Rohmaterials und die
1) Jahresbericht der Handels- und Gew.-K. für Oberfranken pro 1901. Bayreuth
1902, S. 66.