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Die Heimarbeit und ihre Verbreitung in der Metallindustrie.
In der Gewehrbranche hat Suhl 23 Fabriken und Fabrikanten
in seinen Mauern. Daneben eine Fabrik für Jagdutensilien, 3 Fabriken
für Maschinen und Werkzeuge und 3 kleinere Fabriken für Schrauben
und Fahrradteile.
Die Hausindustrie in der Gewehrfabrikation ist verschieden.
Gewehrfabriken, die Gewehre mit allen ihren Bestandteilen selbst herstellen,
vergeben nur die Gravierarbeiten an Heimarbeiter, tvährend
daneben Verlagsfirmen, Händler, die sich auch fast alle Fabrikanten
nennen, die ganze Arbeit durch Zwischenmeister herstellen lassen.
Auch Kleinmeister vergeben Arbeiten, auf die sie selbst nicht eingerichtet
sind, an Zwischenmeister und Heimarbeiter. Den letzteren liefern sie
die aus Fabriken bezogenen Bestandteile zum Zusammenbauen.
Die Werkstätten der Zwischenmeister entsprechen in weitaus den
meisten Fällen in gesundheitlicher Beziehung nicht einmal den bescheidensten
Ansprüchen. Räume, vielleicht bei Erbauung für andere Zwecke
bestimmt, die ihrem Kubikinhalt nach zwei Personen genügen dürften
und nicht viel höher als mannshoch sind, dienen der doppelten Anzahl
Personen als Arbeitsstätte. In vielen befindet sich noch eine Feueresse,
worin Federn und andere Stahlteile in Öl gehärtet werden und wodurch
die Luft mit undurchdringlichen: Qualm erfüllt wird. Die Lüftung
geschieht durch Öffnen der Türen und Fenster, auch mährend der Arbeitszeit,
Sommer und Winter. Welche Gefahren dies für die Gesundheit
der darin Beschäftigten mit sich bringt, braucht keiner Erläuterung.
In Suhl, Albrechts, Goldlauter, Heidesbach und einigen
anderen Orten sind zirka 33 Büchsenmachermeister und 60 Gewehrfabrikanten.
Von dielen betreiben, wie oben angedeutet, 23 die Produktion
fabrikmäßig, alle anderen kommen als Zwischenmeister oder
Lieferanten in Frage. Ferner finden wir zirka 30 Schäftemeister,
35 selbständige Graveure, eine Anzahl Schmirgler oder Polierer, Einsetzer
und Brünierer. Diese und ungefähr 300 Arbeiter, die in eigenen
Werkstätten arbeiten, erhalten ihre Aufträge und Arbeiten von Fabrikanten
und Lieferanten. Die Arbeitsteilung ist sehr gut vorgeschritten
und ausgenutzt.
Die Rohre werden von der Fabrik, wo sie aus Stahl geschmiedet,
nach System gebohrt und gedreht werden, geliefert. In der staatlichen
Beschußanstalt werden sie nach dem Beschießen (Probeschießen mit dreifacher
Pulverladung) mit dem Beschußstempel versehen. So erhält sie
der Rohrmacher, der sie mit Hammer, Meißel rmd Feilen bearbeitet,
zu Zwei- und Dreiläusen zusammensetzt und mit Messing und Zinn
lötet. Der Systemmacher erhält die fertigen Rohre, Rohmaterialien, Schlagbolzen
und Zündstifte und anderes mehr zur Anfertigung der Systeme.
Das System erhält der Schäftemacher, der das grob zugehauene Stück
Holz einsetzt und nüt Messer, Raspel und anderen Werkzeugen zum
Schaft bearbeitet und ihn mit Beschlag versieht. Vom Schäftemacher
geht das Gewehr zum Einrichter, von dem zur Beschießanstalt, von
dort zum Polierer, von diesem zum Brünierer, der gibt es zum Graveur;
wenn es graviert ist, erhält es der Einsetzer, der mit heißer Lederasche
die Farben gelb, braun, blau, grün und anderes mehr auf den Eisenteilen
einbrennt, wobei dieselben gleich eine harte Kruste erhalten. Nun geht