Full text: Mexico

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Die Natur des Landes. 
Gebiete eine eigentliche Trockenzeit überhaupt nicht kennen, Nur 
die flachen nördlichsten Küstengebiete der Golfebene des kon- 
tinentalen Mexico (die mexicanische Küstenebene) und die Nord- 
hälfte der Halbinsel Yucatän erhalten wegen ihrer geringen Er- 
hebung über dem Meeresspiegel keine Winterregen, ebensowenig 
aber auch die Binnengebiete und der größere Teil der pazifischen 
Abdachung, vor allem weil sie im Windschatten der den Passat- 
winden entgegenstehenden Gebirgszüge liegen. Allein die Süd- 
abdachungen der Sierra Madre von Chiapas und der höheren 
Küstengebirge von Oaxäca, Michoacan, Guerrero und Colima er- 
halten von monsunartigen südlichen Winden auch außerhalb 
der sommerlichen Regenzeit noch ansehnliche Niederschläge. Es 
zieht sich demnach ein ziemlich breites, durch prachtvolle Ur- 
wälder gekennzeichnetes Band bedeutender Niederschläge den 
Küsten des Mexicanischen Golfes parallel an den Gebirgs- 
abdachungen hin und schmale Streifen beträchtlichen Regenfalls 
den Südküsten des Stillen Ozeans entlang, während der flache 
Norden Yucatäns, die atlantische Küstenebene im Nordwesten 
des Golfs, das gesamte Binnenland und der ganze Nordwesten 
Mexicos regenarm sind, was für die landwirtschaftliche Entwick- 
lung dieser Gebiete geradezu entscheidend gewesen ist. Am 
regenärmsten sind die nördlichen Gebiete des Hochlandes sowie 
der Nordwesten (einschließlich Niederkaliforniens), was sich in 
dem stellenweise wüstenartigen Charakter der Landschaft deut- 
lich ausspricht,. 
Die jährlichen Regenmengen sind in den verschiedenen 
Teilen des Landes außerordentlich verschieden: während sie im 
mittleren Teil der Halbinsel Niedercalifornien und im nordwest- 
lichen Sonora zum Teil unter 50 mm bleiben, steigen sie am 
Nordabfall des Gebirges von Chiapas stellenweise auf 5m an! 
Ist dies bereits ein Übermaß von Feuchtigkeit, das wegen Über- 
wuchern pflanzlicher Schädlinge oft schon den Kulturen nach- 
teilig wird, so erhält doch ein sehr großer Teil des Landes so 
wenig Niederschlag, daß Ackerbau nur bei künstlicher Be- 
wässerung möglich wird und sonst höchstens noch extensive 
Viehzucht getrieben werden kann. Nach den Berechnungen des 
mexicanischen Meteorologen Beltran y Puga erhalten 15%
	        
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