Full text: Russlands Bankerott

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Die russischen 
Bahnen. 
also 12—14 Milliarden im Ausland untergebracht sein. Nach Abrechnung 
des Disagios wären danach mindestens 10—12 Milliarden Francs effektiv 
aus dem Ausland nach Rußland geflossen. 
Da aber in Rußland — in der Bank und im Verkehr — sich nur 
rund ö Milliarden Francs Gold befinden (vergl. Helfferich S. 1046), 
müssen rund 5—7 Milliarden Francs wieder abgeflossen sein, beziehent 
lich die 5 Milliarden Gold, die sich Rußland durch Anleihen ins Land 
geschafft hat, sind nicht abgeflossen, weil Rußland immer von neuen: 
Anleihen im Ausland ausgenommen und Papiere an das Ausland 
abgestoßen hat. Hervorheben möchte ich hierbei, daß die Valuta für 
zirka 9 Milliarden Francs Anleihen und andere russische Papiere, die sich 
in Frankreich befinden, erst seit 1887 im wesentlichen Rußland zugute 
kam, denn was aus Deutschland und Holland nach Frankreich ging, ist 
reichlich durch die Beträge ersetzt, welche seither Rußland in Deutsch 
land und Holland wieder plaziert hat. Zum allergrößten Teil ist das 
Goldmanko von einigen Milliarden Francs daher zweifellos das Er 
gebnis der Zahlungbilanz der letzten 15 bis 20 Jahre. Die Tatsache, 
daß Rußland dem Ausland zirka 12 Milliarden schul 
det, aber nur etwa 5 Milliarden Francs Gold be 
sitzt, beweist zwingend, da Rußland nirgends Gläu 
biger des Auslands ist, daß im Durchschnitt der 
Jahre Rußlands Kreditposten im Ausland nicht aus 
reichend sind, den Debetposten zu genügen. Rußland 
ist auch in Friedenszeiten gezwungen, immer von 
neuem im Ausland Geld anzuleihen, wenn es seine 
Baluta ausrechterhalten will. 
2. Die Erträgnisse der russischen Staatseisen- 
bahnen. 
Soweit ausnahmsweise bekannt ist, daß die russische Staatsschuld 
im letzten Jahrzehnt ungeheuer gewachsen ist, pflegt man dies Wachs 
tum auf die Vergrößerung des Staatseisenbahnnetzes zurückzuführen. 
und der Meinung zu sein, daß danach die Zunahme der russischen Staats 
schuld nichts Bedenkliches habe. Im Gegenteil habe sich durch die Zu 
nahme der Einnahmen aus dem Eisenbahnbetrieb die Lage der russischen 
Finanzen sogar verbessert. Dies ist der Standpunkt der russischen Re 
gierung und infolgedessen auch der Standpunkt Helfferichs. 
Zunächst sei bemerkt, daß die Art der Verwendung der Staats 
anleihen und die Erträgnisse der mit deren Erlös gemachten Investi 
tionen auf die im vorigen Artikel behandelte Frage der Zahlungsbilanz 
ohne Einfluß sind. In jedem Falle war die Valuta für die Anleihen 
vom Auslande nach Rußland gekommen. Wurden die Materialien in 
Rußland beschafft, so blieb das Geld hierfür im Lande, wurde das 
Material im Auslande gekauft, so muß es in den Einfuhrziffern schon 
enthalten sein. Und es bleibt demgemäß in allen Fällen die Tatsache
	        
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