thumbs: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

Drittes Kapitel. 
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lose Reihe relativer Wertausdrücke zur spezifisch relativen Wert- 
form der Geldware. Diese Reihe ist aber jetzt schon gesellschaftlich 
gegeben in den Warenpreisen. Man lese die Notierungen einer 
Preisliste rückwärts, und man findet die Wertgröße des Geldes 
In allen möglichen Waren dargestellt. Geld hat dagegen keinen 
Preis, Um an dieser einheitlichen relativen Wertform der andern 
Waren teilzunehmen, müßte es auf sich selbst als sein eigenes 
Aequivalent bezogen werden. 
Der Preis oder die Geldform der Waren ist, wie ihre Wert- 
form überhaupt, eine von ihrer handgreiflich reellen Körperform 
Unterschiedene, also nur ideelle oder vorgestellte Form. Der Wert 
von Eisen, Leinwand, Weizen usw. existiert, obgleich unsichtbar, 
m diesen Dingen selbst; er wird vorgestellt durch ihre Gleichheit 
mit Gold, eine Beziehung zum Gold, die sozusagen nur in ihren 
Köpfen spukt. Der Warenhüter muß daher seine Zunge in ihren 
Kopf stecken oder ihnen Papierzettel umhängen, um ihre Preise 
der Außenwelt mitzuteilen.! Da der Ausdruck der Warenwerte 
In Gold ideell ist, ist zu dieser Operation auch nur vorgestelltes oder 
ldeelles Gold anwendbar. Jeder Warenhüter weiß, daß er seine 
Waren noch lange nicht vergoldet, wenn er ihrem Wert die Form 
des Preises oder vorgestellte Goldform gibt, und daß er kein 
Quentchen wirkliches Gold braucht, um Millionen Warenwerte in 
Gold zu schätzen. In seiner Funktion des Wertmaßes dient das Geld 
daher — als nur vorgestelltes oder ideelles Geld. Dieser Umstand 
hat die tollsten Theorien veranlaßt.®® Obgleich nur vorgestelltes 
Geld zur Funktion des Wertmaßes dient, hängt der Preis ganz vom 
reellen Geldmaterial ab. Der Wert, das heißt das Quantum mensch- 
licher Arbeit, das zum Beispiel in einer Tonne Eisen enthalten ist, 
Wird ausgedrückt in einem vorgestellten Quantum der Geldware, 
Welches gleichviel Arbeit enthält. Je nachdem also Gold, Silber 
öder Kupfer zum Wertmaß dienen, erhält der Wert der Tonne Fisen 
„A 
' 4 Der Wilde oder Halbwilde braucht die Zunge anders, Kapitän Parry 
bemerkt zum Beispiel von den Bewohnern an der Westküste der Baffinsbay: 
„In diesem Falle (beim Produktenaustausch) ... beleckten sie es (das ihnen 
Angebotene) zweimal mit der Zunge; damit schienen sie das Geschäft als zu 
Ihrer Zufriedenheit abgeschlossen zu beirachten.“ Ebenso beleckte bei den 
Östlichen Eskimos der Eintauscher jedesmal den Artikel beim Empfang des- 
Selben. Wenn die Zunge so im Norden als Organ der Aneignung, ist es kein 
Wunder, daß der Bauch im Süden als Organ des akkumulierten Eigentums 
8ilt und der Kaffer den Reichtum eines Mannes nach seinem Fettwanst 
Schätzt, Die Kaffern sind grundgescheute Kerle, denn während der offizielle 
britische Gesundheitsbericht von 1864 den Mangel eines großen Teiles der 
Arbeiterklasse an fettbildenden Substanzen beklagt, machte ein Dr. Harvey; 
der jedoch nicht die Blutzirkulation erfunden hat, in demselben Jahre sein 
Glück durch marktschreierische Rezepte, die der Bourgeoisie und Aristo- 
Kratie Fettüberflusseslast abzutreiben versprachen. | 
** Siehe Karl Marx: „Zur Kritik der Politischen Oekonomie“: „Theorien 
von der Maßeinheit des Geldes“, S, 53 ff. [Stuttgarter Ausgabe S. 61 {£.7
	        
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