Die Bedeutung des Tausches im ñrbeits- u. tvertbildungsprozeß
wohnheitsmäßig zur Zristung der Existenz und zur
Fortpflanzung erforderlich ist.
Daß es in jedem Volke stets eine Unterschicht geben
wird, die an der Grenze des notwendigen Lebens-
Unterhaltes stehen wird, ist klar- ja, gerade diesen,
oder was dasselbe besagen will, die zu seiner Er
zielung notwendige Arbeitsleistung, erkennen wir
ohne weiteres als die Grundlage aller lvertbemessung
an, und die am wenigsten geistige Tätigkeit erfor
dernde Lohnarbeit wird sich nie über diesen Zu
stand erheben können, das ist ebenso klar. Soweit
hat Lasalle recht- aber damit ist doch nicht gesagt,
daß sich nicht dieser ganze Zustand selbst he
ben kann. Er braucht doch nicht einer des Elends
und des Verhungerns zu sein.
So stellt ihn aber Lasalle dar, und hier liegt das
verkehrte Ende seiner Theorie. Sein Argument ist un
gefähr das folgende. Vas Angebot von Arbeitskräften
wird stets so stark sein, daß der Lohn durch Konkurrenz
so weit herabgedrückt wird, daß die Menschen nur
noch eben imstande sind, zu leben und sich fortzupflanzen.
Geht es ihnen zeitweilig besser, so vermehren sie sich
zu viel, daher neues Angebot von Arbeitskräften, neue
Konkurrenz und neuer Lohndruck, dann wieder Ein
schränkung der Vermehrung durch Elend usw., stets
um das Existenzminimum herum. In der Tat ein
„ehernes", unerbittliches Gesetz, diese Mischung des Mal
thusianismus mit dem Gesetz des Angebots und der
Nachfrage.
lvie einleuchtend einfach und verständlich scheint
nicht alles in dieser Theorie, wie absolut logisch geht
es her in dieser gedachten lvelt? 3n der wirk
lichen aber hat die Erfahrung längst gezeigt, daß
Pohlman, Laienbrevier.
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