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remittieren hatte. Die Bank, welche sich dabei nur von ihren
eigenen Interessen leiten liess und auf den serbischen Geldmarkt
keine Rücksicht nahm, kaufte gleich alles Gold, welches
auf dem Markte erschien, wodurch das Sinken des Agios,
welches infolge des Goldzuflusses hätte eintreten sollen, nicht
nur nicht aufgehalten, sondern sogar in ein Steigen umgewandelt
wurde. 1 ) Im Jahre 1900 ist ein ähnlicher Fall eingetreten,
indem damals das Agio ebenfalls schon im August zum Steigen
gebracht wurde. Hierzu war die Veranlassung dadurch gegeben,
dass der Staat von der Nationalbank ein Darlehen von
2 Millionen Dinaren genommen und diesen Betrag auf Goldkäufe
verwendet hatte. Dass das Agio aber bereits in dem
Momente gestiegen war, wo das Darlehen erst aufgenommen
und von demselben nur bekannt wurde, dass es für Zwecke von
Goldankäufen verwendet werden sollte, ist daraus zu erklären,
dass die Spekulation vorgegriffen hatte, sich nämlich mit Gold
zu versorgen bestrebt war, um dasselbe nachher mit Gewinn
an den Staat verkaufen zu können. 2 ) Das Spekulationsmoment
wird auch sonst bei den Untersuchungen über die Agioschwankungen
in Serbien stets in Berücksichtigung zu nehmen
sein. Es ist bekannt, dass hierzulande ganze Kreise der
Bevölkerung an der Valutaspekulation beteiligt sind, indem sie
im Herbste bei niedrigem Agiostande Gold ankaufen, um aus
dessen Veräusserung im Winter bei gestiegenem Agio Gewinn
zu haben.
Da nun Agio und Disagio eine und dieselbe Erscheinung
sind und darnach das eine in dem anderen enthalten ist, _so
sind in den Schwankungen, welche das Agio durchgemacht
hat, zugleich die Veränderungen ausgedrückt, welche im Werte
des mit Disagio behafteten Umlaufmittels vor sich gegangen
sind. Damit nämlich das Agio in die Erscheinung trete, ist
stets das Vorhandensein vou unterwertigem Gelde notwendig,
welches doch nur dann unter seinen nominellen Wert sinken
kann, wodurch eben das Agio gebildet wird, denn nicht der
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Trgovinski Glasnik (Handelszeitung) vom 30./VII. und 2./VIII.1894.
2 ) Trgv. Gl. vom 23./VIII. und 21./IX. 1900.