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in seinem gesellschaftlichen Sein studiert — Darwin und
Marx.
Darwin hat nachgewiesen, daß alle Organismen einen
Kampf ums Dasein gegen die ganze sie umgebende Natur
führen, daß nur die Organismen bestehen bleiben, die sich
die zweckmäßigsten besonderen Organe zum Schunßz e und
zur Ernährung erwerben, deren Organe die beste Ar—
beitsteilung aufweisen, die sich am besten der
Außenwelt anpassen. Eine große Gruppe aus der organi—
schen Welt, die Tiere, hat in dem Kampf ums Dasein und
durch ihn Eigenbewegung und Erkenntnis—
dermögen entwickelt. Zum Erkenntnisvermögen ge—
hören die Beobachtung der Einzelheiten der Um—
gebung, das Auffassen des Uebereinstimmenden und
des Verschiedenen darin und die Erinnerung des
früher Durchlebten. Durch den Kampf ums Dasein mußten
die Triebe der Selbsterhaltung und der Fort—
pflanzung, ebenso wie die Arbeitsteilung, die Eigen
bewegung und das Denken immer stärker werden. Damit
wuchs auch der Trieb der Mutterliebe. Beiden—
Jentsgen Treren dieum den Kampfum—
Dasein uübhren zu onnen inteneren
oder größeren Gesellschaften zusammen—
leben müssen — wie einige Raubtiere, viele Pflan—
zenfresser, darunter die Wiederkäuer, viele Affenarten —
werden die sozialen Triebe entwickelt. Zu die—
len Artengehbrtauch der Menschzauchder
Menschharsich nurgesellschaftlich, durch
das ZusammenlebeninGruppenodérHor—
den in der Naturerhalten nnen,undde—
durch haben sich auch bei ihm die sozialen
Trilebeenrtwcelt.
Welche sind aber die sozialen Triebe, die sich durch
den Kampf ums Dasein bei Mensch und Tier gebildet
haben und die durch die natürliche Zuchtwahl immer stär⸗
ker geworden sind? „Sie können je nach den verschiedenen
Lebensbedingungen der verschiedenen Arlen verschieden
sein, aber eine Reihe von Trieben bildet die Vorbedingung
für das Gedeihen je dex, Gesellschaft.“ Es gibt Triebe,
ohne welche keine Gesellschaft bestehen bleiben kann, und
diese müssen sich also bei jeder Art, die, um süch zu
erhalten, gesellschaftlich leben mu ßte wie der
Mensch — entwickelt haben. Welche sind diese Triebe?
„Vor allem die Selbstlosigkeit, die Hingebung
für die Allgemeinheit.“ Wäre dieser Trieb micht entstan