fullscreen : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

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Franz  Xaver  (geb.  1857),  war  in  Leipzig  bei  dem  langjährigen
Kommissionär  des  Buchverlags,  F.  A.  Brockhaus,  als  Buchdrucker ­
  und  Buchhändler  ausgebildet  worden,  um  dann  als  die
Seele  des  Zeitungs-  und  Buchverlages  in  den  heimischen  Betrieb
hineinzuwachsen,  während  der  dritte,  Fridolin  (geb.  1860),  als
praktischer  Buchdrucker  sich  in  Köln,  Leipzig  und  Berlin  betätigt
hatte,  um  sich  der  Druckerei  zu  widmen.  Der  vierte,  Robert
(geb.  1863),  erhielt  seine  kaufmännische  Ausbildung  in  Köln,  Antwerpen ­
  und  London,  von  wo  er  im  Jahre  1887  heimkehrte  und
den  kaufmännischen  Teil  des  Gesamtbetriebs  übernahm.  Der
zweite  Sohn,  Karl  (geb.  1858),  hatte  die  juristische  Laufbahn  eingeschlagen ­
  und  war  schon  frühzeitig  zur  politischen  Betätigung
übergegangen.  Seit  1887  Rechtsanwalt  beim  Oberlandesgericht
in  Köln,  vertrat  er  von  1889  bis  1902  den  Stadt-  und  Landkreis
Krefeld  im  Reichstag,  von  1889  bis  1904  die  Stadt  Krefeld  im
preußischen  Abgeordnetenhause.  Am  1.  Oktober  1915  trat  er
nach  seiner  Uebersiedelung  von  Berlin  nach  Köln,  wie  bereits
erwähnt,  in  die  Schriftleitung  der  KV  ein.  Die  einzige  Tochter
Josef  Bachems,  Helene,  verheiratete  sich  im  Jahre  1898  mit  dem
Gymnasialoberlehrer  Professor  Theodor  Meyer  in  Köln.
So  war  denn  beim  Tode  Josef  Bachems  alles  Geschäftliche
aufs  beste  geordnet,  und  die  Arbeitsteilung  erwies  sich  als
praktisch  und  glücklich.  Der  Verlag  lief  nicht  allein  in  bewährten ­
  alten  Bahnen  weiter,  sondern  war  auch  zeitgemäßen
Neuerungen  nicht  abhold,  nahm  neue  Ideen  auf  und  suchte  besonders ­
  auf  seinem  ureigenen  Gebiete,  dem  der  unterhaltenden
Literatur,  den  von  gewissen  Kritikern  überscharf  betonten  Vorwurf ­
  der  Rückständigkeit  der  Katholiken  auf  diesem  Gebiete
durch  Taten  zu  entkräften.

a)  Die  schöne  Literatur.
Im  Jahre  1896  erschien  des  Spaniers  Luis  Coloma  feine  Novelle ­
  „Verrechnet“  in  der  Uebersetzung  von  J.  Caspari-Madrid,
ein  prächtiges,  mit  Witz  und  Humor  durchsetztes  Werkchen,
weiterhin  die  von  derselben  Uebersetzerin  besorgte  deutsche
Ausgabe  der  Novelle  „Hinter  den  Kulissen“,  die  im  Original
den  Titel  La  Gorriona,  die  Spätzin,  trägt.  Trotz  des  ernsten
Inhalts  —  eine  Gräfin  erkennt,  daß  ihre  Feste  Gelegenheit  zu
Ausgelassenheit  und  Unsittlichkeit  geben  —  belebt  auch  hier  eine
            
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