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tung, bevor man für solche Anleihen Kapital und Renten ga-
rantierte)).
Das Gesamtergebnis aller dieser Finanzoperationen, die im
einzelnen sich damals der Beurteilung entzogen, da den Kammern
nur ganz summarische Mitteilungen gemacht wurden, war kein
günstiges. Seit 1814 vermehrte sich die Staatsschuld erheblich,
trotz der friedlichen Zeit; der ‚wirklichen‘ Schuld von 1814 in Höhe
von 617 Mill. fl. standen Anfang 1830 gegenüber rund 919 Mill. fl.,
von denen zwar nur 780 Mill. 2% % wirkliche Schuld waren; dazu
kamen rund 139 Mill. Domanial-Losrenten, Amortisations-Syndikat-
Obligationen usw., so daß die Renten von 15 423 517 fl. im Jahre
1814 jetzt auf 24 825 108 fl. gestiegen waren; dagegen war die
„aufgeschobene‘“ Schuld infolge Ankaufs durch das Syndikat auf
836 893 798 fl. herabgemindert. Hinzu kamen aber noch die mit
5% zu verzinsenden 35 Mill. Anleihen für die überseeischen Be-
sitzungen?). Und seit Jahren bestanden teils offene, teil, stille
Defizits, die sich bis 1829 auf 16 Millionen fl. anhäuften?).
Ende 1829 kam es bei der Budgetberatung zu heftigen An-
griffen auf die Regierung, die, um den in den südlichen Provinzen
immer stärker sich bemerkbar machenden Geist der Unzufrieden-
heit zu unterdrücken, die Finanzlage als glänzend darstellte*).
Der Widerstand auch im Norden wuchs, als im März 1830 ein
Gesetzentwurf die Herabsetzung der Zinsen der 4% % Syndikats-
Obligationen vorschlug; dieser Vorschlag war um so bedenklicher,
als der Kapitalbetrag der neu auszugebenden Schuldscheine ver-
schwiegen und daher mit Recht befürchtet wurde, daß auch jene
Maßregel nur wieder eine Vermehrung der vorhandenen Schuld-
schein-Mengen zur Folge haben und abermals große Beträge, über
deren Verwendung man im unklaren tappte, in die Kasse des Syn-
dikats leiten würde. Man war mißtrauisch geworden. Von den
Einkünften der ostindischen Besitzungen floß nichts in die Kassen
des Mutterlandes; man verlangte jedoch seine Garantie für
ostindische Anleihen. Die allgemeinen Steuern verringerten sich
ı) Weeveringh, S. 166f. Gegen die ganze Finanzpolitik H o-
gendorp, VII, 3., 236 1X, 295 ff., 340 £;
23) Weeveringh, S:476.
3) Osiander, Nied. Finanzen, S. 148.
4 siander, a. a. 0. Ss. 11,
54.