Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

Honorarfrage.. Höhe der Auflage 237 
Trotzdem wird der Verfasser gewöhnlich auch unter solchen Be- 
dingungen den Kommissionsverlag anzunehmen gezwungen sein. Denn 
ein Buch im Selbstverlag erscheinen zu lassen, dürfte nur in den 
seltensten Fällen zu empfehlen sein. Doch wird er im Kommissions- 
verlag oft genug sich zufrieden geben müssen, wenn er wenigstens die 
baren Auslagen für die Druckkosten wieder einbringt. 
Im allgemeinen würde es gewik mehr der Gerechtigkeit ent- 
sprechen, wenn dem Autor für seine Mühen und Auslagen zwei Drittel, 
dem Kommissionsverleger ein Drittel des Erträgnisses zufiele. Es dürfte 
aber kaum zu hoffen sein, daß diese Norm, die J. B. Geniesse (Schreiben 
vom 12. März 1909) vorschlägt, seitens der Verleger die im Interesse 
der Wissenschaft dringend zu wünschende Zustimmung findet, . 
88. Höhe der Auflage. Der Autor wird die Be- 
stimmung der Höhe der Auflage seines Werkes nicht leicht 
dem Belieben des Verlegers überlassen. Er muß sich aber 
wohl mit ihm darüber beraten und eine Vereinbarung dar- 
über treffen. 
1. Für die Bestimmung der Zahl der Exemplare wird 
zunächst der Gegenstand, Zweck und Umfang der Arbeit 
zu berücksichtigen sein. Behandelt die Schrift ein sehr 
aktuelles Thema, für das sich weite Kreise interessieren, 
so kann die Auflage eine viel höhere sein, als wenn sie 
sich mit der Untersuchung einer weniger bekannten wissen“ 
schaftlichen Frage beschäftigt. Ist. ein Werk für den Unter- 
richt in der Schule oder für Vorlesungen auf der Universi- 
tät bestimmt und wird es voraussichtlich in manchen An- 
stalten als Handbuch zugrunde gelegt werden, so muß die 
Auflage wiederum eine ziemlich hohe sein. Kleinere Schriften 
können im allgemeinen leichter in größerer Zahl verlegt 
werden als umfangreiche mehrbändige Werke, und insbe- 
sondere ist der Verleger bei Broschüren meistens auf eine 
höhere Auflage angewiesen. 
9. Ferner ist auch der Ladenpreis des Buches 
für die Höhe der Auflage sehr in Erwägung zu ziehen. 
Schulbücher müssen zB. zu niedrigem Preis verkauft 
werden und erfordern auch deshalb eine höhere Auflage. 
Dasselbe gilt von kleineren Schriften und namentlich von 
den Broschüren. 
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