Object: Lexikon der Handelsgeographie

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Österreich-Ungarn 
Gesamterzeugung entfallen 40 Proz. auf 
Böhmen, 23 aufNicdcrösterreich. Die be 
deutendste Produktion haben die Etablisse 
ments von Schwechat (400,000 hl), Graz 
(340,000 lil), Pilsen (300,000hl), Buda 
pest (240,000 hl); der Export ist ein sehr 
bedeutender; 1880wurden von Bier in Fäs 
sern und Flaschen eingeführt nur 10,282 
-tr., aber ausgeführt 305,194 Etr. Sehr 
slnsehnlieh ist die Ausfuhr nach Deutsch 
land (1878: 194,280 Etr.), weit über die 
Hälfte alles exportierten Bierö. 
, Branntweinbrennereien bestanden 
18?C> in beiden Reichöhälften 159,431, in: 
Österreich Ungarn 
Gewerbsmäßige . . . 2237 786 
Landwirtschaftliche . . 63055 03353 
Die größten Etablissements besinden sich 
ur Ungarn, Galizien, der Bukowina, Böh 
men, Mähren, Schlesien. Nosoglio und 
Liköre werden in größer» Mengen in Dal 
matien, Mähren, Böhmen und Nieder 
asterreich erzeugt, so daß immer bedeutende 
Mengen für den Export übrig sind. 1880 
betrug (in metrischen Centnern): 
Einfuhr Ausfuhr 
Ņlkohol u. Branntwein aller Art 10233 202064 
Liköre 529 2911 
Für Österreich allein zählte mani 879:1122 
größere, 40,383 kleinere Brennereien. 
IV. Handel. 
Nach dem von ben Regierungen beider 
Reichshälften 1866 abgeschlossenen Zoll- 
und Handclöbündnis bilden die beiden 
Staatsgebiete dcrMonarchic ein Zoll- und 
Handelsqebiet. Dllrch Gesetz vom 20. Dez. 
1879 sind die frühern 'Zollausschlüsse 
Istrien und Dalmatien, ferner die chc- 
maligen Freihäfen (ausgenommen Triest 
und Fiume) in das österreichisch-unga 
rische Zollgebiet einbezogen worden. Der 
Zollansschlnß von Brody wurde ebenfalls 
aufgehoben und ein gemeinsamer Zollver 
band mit Bosnien und der Herzegowina 
hergestellt. Die tirolische Gemeinde Jung 
holz gehört zum Deutschen Zollverein. Der 
autonome österreichisch-ungarische Zoll 
tarif trat 1. Jan. 1879 ins Leben. Nur 
mit Italien wurde 1. Febr. 1879 ein Ver 
tragstarif stipulicrt mit Gültigkeitsdauer 
bis Ende 1887. Diese Tarifbegünstigun- 
Handelsgeographic. 
(Industrie, Handel). 
gen fanden durch Verträge mit Deutsch 
land (16. Dez. 1878) und Frankreich (20. 
Jan. 1879) auch auf diese LänderAnwen- 
dung. Der Handelsvertrag mit Deutsch 
land wurde 31. Dez. 1879 bis 30. Juni 
1880, später bis 30. Juni 1881 mit Ein 
schränkungen (Zölle auf Getreide, Malz, 
Holz re., Erhöhung der Zölle auf Leinen, 
Glas.Thonwarcn, Papier rc.) verlängert. 
Der i n n e r e H a n d e l unterliegt keiner 
lei Beaufsichtigung und Beschränkung ; von 
dem auswärtigen Handel entfallen 
auf den Eintritt lind Austritt zu Land 84,5 
Proz. und zwar auf die Grenzen gegen 
Deutschland 65 Proz. (vorzugsweise über 
Sachsen,dann überSüddcutschland,endlich 
über Preußen), gegen Rußland 6 Proz., 
die Türkei nebst Donanfürstentümern 8,8 
Proz., Italien 4,3 Proz., SchweizO.zProz. 
Auf den Sceanßenhandcl kommen nur 15,5 
Proz. und zwar überwiegend mit dem Ein 
und Ausgangspunkt Triest, auf das 1879 
von dcrEinfnhr in allen Häfen (7,476,696 
Etr.) entfielen 5.538,791 Etr., von der 
Mugs# (5,526,232GK.)abcr 3,578,637 
Etr. Der Wert des auswärtigen Handels 
war (in Millionen Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
1875: 1098,g 1101,8 
1876: 1068,6 1190,4 
1877: 1110,4 1324,o 
1878: 1104,2 1309,4 
1879: 1062,6 1350,2 
1880: 1311,6 1380,0 
Nach Klassen geordnet, betrug der Wa 
renverkehr 1880 (in Millionen Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
Kolonialwaren und Südfrüchte . 76,7 124,6 
Tabak und Tabakfabrikate . . 55,3 19,o 
Garten- und Feldfrüchte . . . 166,7 260,s 
Tiere und tierische Produkte . . 98,8 150,6 
Fette und Öle 30,3 27,9 
Brenn - und Baustoffe .... 52,2 153,i 
Getränke und Eßwaren. ... 9,3 48,3 
Färb - und Gerbstoffe, Harze . 52,3 152,i 
Webstoffe, Garne 290,o 94,9 
Gewebe, Kleider 115,i 107,8 
Waren ausBorsten,Fasern.!>iohrrc. 14,o 20,8 
Holz-, Glas -, Thonwaren . . 35,6 89,9 
Metalle und Metallwaren . . 39,8 59,o 
Land- und Wasserfahrzeuge . . 0,2 15,o 
Instrumente, Maschinen, Kurzw. 50,6 97,7 
Salz, Chemikalien, Farbwaren. 28,7 30,o 
Bücher und Kunstgegenstände. . 32,i 18,2 
Abfälle 6,o 11,2 
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