VIII Die Gründungsunternehmerstädte des 12. Jahrhunderts 271
2) v. Voltelini, Die Anfänge Wiens, S. 23f.
#3) Ich verweise auf: Th. Mayer, Der auswärtige Handel des Herzogtums Österreich im
Mittelalter, 1909, S. 3, 4, 6, 8, 49; hier ist die Rede von einer „vollständigen Beherrschung
des Handels in Österreich durch die Regensburger bis zum Ende des 12. Jahrhunderts‘“‘.
Vgl. ferner neuerdings W. Stein, Handels- und Verkehrsgeschichte der deutschen
Kaiserzeit, 1922, insbesondere S. 305ff, und 271ff. (Handelsweg Köln— Regensburg).
Stein sieht — offenbar mit vollem Recht — in Regensburg weitaus den bedeutendsten
Handelsort Ober- und Mitteldeutschlands; im 11. und 12. Jahrhundert wird in Deutsch-
land nur Köln dieser Stadt an wirtschaftlicher Bedeutung überlegen gewesen sein.
4) Stein a. a. O. S. 311 und 313; auch Th. Mayer a. a. O0. passim.
45) Vgl. die interessanten Zusammenstellungen über den Regensburger Handel nach
Kiew bei Steina. a. O. S. 319ff. — Dort auch S. 316f. eine m. E. zutreffende Beurteilung
des Privilegs Herzog Leopolds von Österreich für die Regensburger Kaufleute vom Jahre
1192. Stein erblickt in ihm „einen neuen Ausdruck älterer Übung und Gewohnheit‘;
jedenfalls ist die von ihm hervorgehobene ganz einzigartige und beispiellose Art der Ver-
gunstigung der Regensburger das Produkt ‚,alteingewurzelter Verkehrsbeziehungen‘‘;
nicht etwa erst ein Erzeugnis des Privilegs selbst. — Aus der Literatur über die Beziehun-
gen Regensburgs zu Kiew erwähne ich noch die Übersetzung der Arbeit des russischen
Forschers Wasiliewski, Kiews Handel mit Regensburg in alter Zeit, in den Verhandlgn.
d. hist. Ver. der Oberpfalz, Bd. 57, N. F. 49. 1905.
%) Stein, a. a. O. S. 306.
7) Regensburger Urkundenbuch Bd. I, S. 12f.
Va) Einer aus meinem Seminar hervorgegangenen Kieler Staatsexamensarbeit des
Jahres 1925 (G. Lechner, Ursachen und Verbreitungsformen von Stadtgründungen in
Deutschland während des Mittelalters bis zum Jahre 1200) möchte ich folgendes Zitat
entnehmen, das gut auf den ursprünglich fernhändlerischen Charakter der Wiener Erb-
bürger (= Gründungsunternehmer) hinweist: „Eine organisatorische Großtat, wie sie sich
in der Gründung eines Marktes und einer Stadt im Kolonialland darstellt, kann unmöglich
allein aus der vorsichtig abwägenden, das Risiko scheuenden Haltung heraus erfolgen,
wie sie dem Rentnertum eigen ist.“
48) Vgl. Th. Mayer, a. a. O0. S. 7f. — Auch Luschin von Ebengreuth, Die Han-
delspolitik der österreichischen Herrscher, Almanach der Kais. Akademie der Wiss. 1893,
5.345: „Als hier (in Regensburg) Friedrich der Rotbart im Herbst 1156 einen Reichstag
abhielt, und am 17. September inmitten einer glänzenden Versammlung von Reichs-
würdenträgern die Erhebung der Ostmark zum Herzogtum Österreich verkündete, da
mögen wohl wenige Regensburger geahnt haben, daß sie die Folgen dieses
Vorgangs in so kurzer Zeit selbst empfinden würden.‘“ — Für die Zeit der Ent-
stehung von Wien ist mit weit geringerer aktiver Wirtschaftspolitik des Landesherrn
zu rechnen, und damit mit jenem Grad von Bewegungsfreiheit für die Regensburger, der
ihnen die Neugründung Wiens als ein erstrebenswertes Ziel erscheinen lassen konnte;
ein Ziel, das an sich dem damaligen Landesherrn nur erwünscht sein konnte. Man
bedenke auch die ganz andere staatsrechtliche Stellung der Ostmark zum Herzogtum
Bayern vor dem Ereignis von 1156.
“) G. v. Schröder, Der Handel auf der Düna im Mittelalter, Hans. Gbll. Jg. 1917.
S. 81ff.
5°) Vgl. auch Lahusen a. a. O0. S. 31. — Meine Abweichungen von der Lahusenschen
Darstellung möchte ich hier nicht näher begründen.
) Vgl. oben Anm. 27.
#) Neues Archiv f. Sächs, Gesch. XLV, S.21 ff. — Bei aller Zustimmung zu Kötzschkes
Darstellung scheint mir in einer Nebenfrage ein anderer Schluß richtiger: was K. selbst
5. 25, Anm. 1 anführt, spricht doch m. E. für die bürgerliche Initiative beim Bau der
Freiberger Marienkirche mit ihrer . Goldenen Pforte‘.