13
die Einlagen an dem Tage in Kraft, an welchem die Reichsbank den
Diskontsatz verändert.
Das Depositengeschäft hat sich zur Grundsäule des Bankwesens
ausgebildet und, um mit Dunbar zu sprechen 1 ), es wird
mehr und mehr der Geschäftsbetrieb der Banken, die Benützung
ihrer Kreditgewährung in Form von Depositen auszudehnen.
Brauchen doch die Banken, besonders wenn sie reine Depositenbanken
sind, nur ein geringes eigenes Kapital; so wird auch
die Quintessenz unseres Bankwesens, mit fremden Mitteln zu
arbeiten, verwirklicht, was schon Ricardo 2 ) mit den Worten
ausdrückt: .Die eigentliche Funktion des Bankiers beginnt
mit dem Zeitpunkte, wo er mit fremdem Gelde arbeitet.“
Eine besonders wirtschaftlich hervorragende Bedeutung gewinnt
die laufende Rechnung auf Depositenkonto eigentlich
erst dann, wenn sie sich auf Grund stets fälliger oder ganz
kurzfristiger Buchguthaben vollzieht. Diese Buchguthaben
machen auch den Hauptbestand sämtlicher Depositen aus. Besonders
gewaltig ist der Umfang derselben in den angelsächsischen
Ländern, was die folgenden Tabellen besonders von
England zeigen sollen:
Bankdep ositen und 1 au fende Rechnungen des Vereinigten
Königreichs 3 )
Mill. £
Mit Ausnahme
Bank
von England
der Bank
von England
Im ganzen
Juli
1902
790—800
57
850-860
Jan.
1902
790-800
48
840—850
Juli
1901
790—800
53
840—850
Jan.
1901
790—800
44
840-850
Juli
1900
780—790
48
830—840
Jan.
1900
780—790
49
830—840
Juli
1899
790—800
53
840-850
Jan.
1899
770—780
43
810—820
! ) Chapters on
the Theory and History of Banking. New
London 1892, p. 57/58. Der Urtext lautet: „It becomes rnore and more
the' business of banks therefore, to extent the use of their credit in the
form of deposits.“
2 ) Zitiert bei Bagehot, Lombardstreet. New and revised Edition
by Johnstone, London 1900, p. 21. Der Urtext Tautet: „The distinctive
function of the banker begins as soon as he uses the money of others.“
3 ) The Economist, 18. Okt. 1902.