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Nach diesen kurzen Vorbemerkungen über unsere Quellen wollen wir
jetzt zu der Betrachtung der Akkordlohnsätze selbst übergehen und zu
nächst die Akkordlohnsätze für Bestellarbeiten erörtern.
(Tabelle LXV11I)
Akkordlöhne bei Selbstbeköstigung des Arbeiters (in Rubeln)
zur Zeit der Bestellarbeiten (I. Periode) pro 1 Dess.
im Jahre 1885/86 im Jahre 1905
in den
< gP
b/3
bß
CD
CO
o X
J=5
< t/:
bß
bß
Ü-3
CO
„ -P
Gouvernements:
u a
v- u
• 2 CO
«3
Bessarabien
5
1
12 3,25
0,85
0,40
4,25
Cherson
4
1,75 1,25
2,10
0,95
0,25
4,30
Taurien
3,75
3,50
1
0,50
4,30
Ekaterinoslaw
4
0,85 2,50
3
1
0,30
4,25
Dongebiet
5,10
2
3,40
1,90
0,50
5,75
Man sieht aus
dieser Tabelle,
dass die Schwankungen
der Akkord-
löhne bei den Bestellarbeiten nach den verschiedenen Gouvernements eine
beträchtliche Höhe erreichen, wenn auch eine geringere, als die Schwankungen
der Tagelöhne.
Am höchsten stehen die Akkordlohnsätze für den ganzen Cyklus
der Bestellarbeiten. Rechnen wir aber die Löhne für die einzelnen
Arbeitsverrichtungen bei der Bestellung, so ist leicht zu sehen, dass der
Akkordlohnsatz für alle Bestellarbeiten viel niedriger steht, als die Summe
der für die einzelnen Arbeiten gezahlten Löhne.
Betrachten wir die Akkordlöhne bei der Heuernte (II. Periode), so stellt
es sich heraus, dass die Schwankungen den verschiedenen Gouvernements
nach eine beträchtliche Höhe erreichen. So schwankten die Löhne im
Jahre 1895 für Abmähen zwischen 1,25 in Taurien und 2,05 in Bess-
arabien und im Dongebiet, was eine Differenz von 64 % macht, dagegen
schwankten die Löhne für Abmähen incl. Zusammenharken und Auf
setzen in Schobern zwischen 1,80 in Taurien und 3,30 in Bessarabien
und im Dongebiete, was eine Differenz von 83,3% ausmacht. Auch
betrugen die Schwankungen in den einzelnen Jahren nicht weniger als
275% für Abmähen und 133% für Abmähen, Harken und Zusammen
bringen in Schobern (für Gouv. Ekaterinoslaw). Vergleichen wir die
Schwankungen der Akkordlohnsätze mit denen der Tagelöhne, so ergibt
sich, dass die ersten viel niedriger sind, als die letzten.