Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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Die  niedrigsten  Monatslohnsätze  fallen  in  den  meisten  Fällen  auf
das  Jahr  1899,  die  Löhne  des  Vollarbeiters  auch  auf  das  Jahr  1893,
dagegen  fallen  die  höchsten  Monatslohnsätze  für  alle  Kategorien  der
Arbeiter  mit  Ausnahme  von  zwei  Monaten  auf  das  Jahr  1903.  Vergleicht
man  die  Schwankungen  der  Monatslöhne  je  nach  den  verschiedenen
Jahren  mit  denen  der  Tagelöhne,  so  ergibt  sich,  dass  die  ersten  weit
hinter  den  Schwankungen  der  Tagelöhne  zurückstehen.  Um  eine  volle
Charakteristik  der  Monatslöhne  zu  geben,  ist  diese  hier  noch  mit  den
Fristlöhnen  zu  vergleichen.  Zu  diesem  Zwecke  rechnen  wir  die  Summe
der  für  die  betreffende  Frist  bezahlten  Monatslöhne  zusammen  und  vergleichen ­
  diese  mit  den  Fristlohnsätzen  für  die  betreffenden  Zeiträume  auf
Grund  der  Tabellen  LXXIII  und  LXX1V.
Da  wir  nicht  im  Stande  sind,  die  durchschnittlichen  Fristlöhne  für
das  Jahrzehnt  1893—1903  anzugeben,  so  wollen  wir  diese  mit  den
Monatslöhnen  in  zwei  einzelnen  Jahren  1899  und  1903  vergleichen,  von
denen  das  Jahr  1899  durch  eine  ungeheure  Missernte,  dagegen  das
Jahr  1903  durch  eine  gute  Ernte  sich  kennzeichneten.  Vor  allem  ergibt
sich  aus  der  Tabelle  LXXX,  dass  im  Jahre  1899,  d.  i.  im  Jahre  der
Missernte,  die  Fristlöhne  bedeutend  höher  stehen,  als  die  Summe  der  für
denselben  Zeitraum  bezahlten  Monatslöhne.  Dagegen  werden  die  Fristlöhne ­
  im  Jahre  1903  von  den  Summen  der  Monatslohnsätze  für  die  betreffenden ­
  Zeiträume  bedeutend  übertroffen.  Es  versteht  sich  von  selbst,
dass  die  Fristlöhne  in  einem  normalen  Erntejahr  niedriger  stehen  sollten,
als  die  Summe  der  für  denselben  Zeitraum  bezahlten  Monatslöhne.  Dass
diese  letzteren  aber  im  Jahr  einer  Missernte  niedriger  stehen  als  die
Fristlöhne,  bedeutet  nur,  dass  die  Monatslöhne  in  den  Misserntejahren
so  bedeutend  fallen,  dass  sie  sogar  niedriger  als  die  Fristlöhne  stehen,
die  also  weniger  als  die  Monatslöhne  schwanken.  Dasselbe  Verhältnis
zwischen  den  Fristlöhnen  und  Monatslöhnen  wird  auch  durch  die  Angabe ­
  der  Gouverneurberichte  bestätigt.
6.  Der  Verdienst  der  Jahresarbeiter.
ln  der  Tabelle  LXXX  ist  die  absolute  Höhe  der  Jahreslöhne  aller
Kategorien  der  Arbeiter  angegeben.  Wie  aus  dieser  Tabelle  hervorgeht,
unterscheiden  sich  die  Jahreslöhne  vor  allem  je  nach  den  Arten  von
Arbeitern.  So  stehen  im  Durchschnitt  im  Gouv.  Cherson  die  Löhne  des
Vollarbeiters  um  71  °/o  höher  als  die  der  Frau,  und  die  Löhne  der  Frau
um  64  o/o  höher  als  die  des  Burschen.
Was  die  Schwankungen  der  Jahreslöhne  nach  den  verschiedenen
Kreisen  des  Gouv.  Cherson  anbetrifft,  so  beträgt  die  Differenz  zwischen
            
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