Rationelle Betriebsführung im Malerhandwerk
Der Begriff „Rationalisierung“ ist in weiten Kreisen und so auch
im Handwerk oft mißverstanden worden. „Rationalisierung“ und
„Rationelle Betriebsführung‘ sind Ausdrücke, die uns aus vielen Ta-
geszeitungen, Fachzeitschriften und unterhaltenden Zeitschriften be-
kannt sind, in denen in den letzten Jahren von berufener und unbe-
rufener Seite, teils in verständlicher, teils in unverständlicher Weise
oder gar in. ganz falscher Auffassung, viel geschrieben wurde.
Durch dieses Übermaß ist das Wort „Rationalisierung‘ fast zu einem
Schlagwort herabgesunken und droht dadurch an Bedeutung zu ver-
lieren, Da der Gedanke der Rationalisierung zuerst in der Industrie
auftauchte und dort auch in vielen Fällen mit Erfolg durchgeführt
wurde, liegt es nahe, daß man vielfach glaubt, diese Bestrebungen
seien wohl für die Industrie gut und vorteilhaft, für den Handwerks-
betrieb jedoch nicht anwendbar oder gar unnötig. Selbstverständlich
können die Maßnahmen der Industrie nicht in gleicher Weise auf
das. Handwerk übertragen werden. Die Bedeutung der Rationalisie-
rung auch für das Handwerk ergibt sich aber aus der einfachen Über-
legung, daß Rationalisierung nichts anderes bedeutet, als einen Be-
trieb wirtschaftlicher, also gewinnbringender zu gestalten als bisher.
Die fast überall wirtschaftlich sehr schwierige Lage zwingt auch den
Handwerksmeister, sich mit diesen Gedankengängen vertraut zu ma-
chen, Es ist jedoch einleuchtend, daß ein wirtschaftlicher Fortschritt
bei der derzeitigen geringen Kaufkraft der Verbraucher nicht durch
einfache Preiserhöhung erzielt werden kann, und ebensowenig durch
Herabsetzung der Arbeitslöhne. Der einzig mögliche Weg zum Erfolg
besteht hier in der Verbilligung der Produktion. Die Herstel-
lüngbilligergestalten ohne die Qualität dabeizu
beeinträchtigen, heißt einenBetrieb ratio nalisie-
ren! Aus diesen wenigen Worten ergibt sich einmal, daß hier sehr
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