Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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in  den  Qouv.  Cherson  und  Ekaterinoslaw,  dagegen  ein  Sinken  in  Taurien,
Bessarabien  und  dem  Dongebiete.
Die  Bewegungen  der  Fristlöhne  für  Frühjahrs-  und  Sommerarbeiten ­
  zeigen  in  den  90er  Jahren  eine  Erhöhung  im  Vergleich  mit  den
70er  Jahren  und  ein  Sinken  im  Vergleich  mit  den  80er  Jahren  in  den
Qouv.  Cherson  und  Ekaterinoslaw.  Dagegen  wird  in  Bessarabien,
Taurien  und  im  Dongebiet  ein  regelmässiges  und  ununterbrochenes
Steigen  bemerkt.
Im  Qouv.  Ekaterinoslaw  sind  die  Jahreslöhne  in  den  Jahren
1891  —1900  im  Vergleich  sowohl  mit  dem  ersten,  wie  auch  mit  dem
zweiten  Jahrzehnt  gefallen.  Sm  Dongebiet  und  Bessarabien  wird  dagegen
ein  regelmässiges  Steigen  bemerkt.  In  Taurien  und  im  Qouv.  Cherson
sind  die  Löhne  im  letzten  Jahrzehnt  im  Vergleich  mit  denen  in  den
Jahren  1871—80  gestiegen,  dagegen  im  Vergleich  mit  den  Löhnen  im
Jahrzehnt  1881—1890  unbedeutend  gefallen.
§  V.  Die  Bewegungen  der  Reallöhne.
Bei  der  Untersuchung  der  Reallöhne  der  Landarbeiter  in  den  neurussischen ­
  Gouvernements  stösst  man  auf  viele  Schwierigkeiten.  Es  ist
vor  allem  die  beständige  starke  Zuströmung  von  Wanderarbeitern  in  die
neurussischen  Gouvernements,  die  die  Feststellung  der  Reallöhne  ziemlich
kompliziert  macht.
Nimmt  man  als  Masstab  für  die  Reaüöhne  den  Getreidepreis,  so
versteht  es  sich  von  selbst,  dass  für  die  Wanderarbeiter,  die  6—7
Monate  in  den  südrussischen  Gouvernements  und  die  übrige  Zeit  zu
ELiuse  in  ihrer  Heimat  verbringen,  nicht  nur  die  Getreidepreise  in  den
neurussischen  Gouvernements  von  Bedeutung  sind,  sondern  auch  die  in
den  Ortschaften,  wohin  sie  nach  halbjähriger  Wanderung  zurückkehren
und  wo  ihre  eigene  Wirtschaft  liegt.
Ziehen  wir  in  Betracht,  dass  nach  Neurussland  Wanderarbeiter  aus
vierundzwanzig  Gouvernements  Zuströmen,  also  aus  einem  Gebiet,  das
etwas  weniger  als  die  Hälfte  des  Europäischen  Russlands  umfasst,  so
ist  es  leicht  zu  sehen,  dass  die  Getreidepreise  in  Neurussland  bei  den
grossen  Unterschieden  zwischen  den  neurussischen  und  allen  übrigen
Gouvernements  und  zwischen  diesen  vierundzwanzig  Gouvernements
untereinander  keine  massgebende  Bedeutung  haben  können.
Ausserdem  gehen  die  meisten  Bauern  aus  dem  Nordwest-  und
Zentralrussland  als  Wanderarbeiter  in  die  neurussischen  Gouvernements,
um  durch  Verwertung  ihrer  Arbeitskräfte  in  den  Stand  gesetzt  zu  werden,
die  auf  ihnen  mehr  und  mehr  lastenden  Rückstände  an  Äblösungs-
            
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