Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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Höhe  für  alle  20  Jahre  berechnet  und  diese  letzte  als  100  angenommen
haben,  werden  durch  die  in  diesen  Tabellen  angegebenen  Zahlen  —  die
Ernteschwankungen  —  gezeigt  in  ihren  Abweichungen  von  der  durchschnittlichen ­
  Höhe  für  20  Jahre.
Für  die  erste  und  dritte  Arbeitsperiode  sind  es  die  Angaben  bezüglich ­
  der  Getreideernteschwankungen;  für  die  zweite  Feldarbeitsperiode
dagegen  die  Schwankungen  der  Heuernte.  Betrachtet  man  zunächst  die
Schwankungen  der  Tagelöhne  für  die  Bestellarbeiten  im  Frühjahr
(erster  Feldarbeitsabschnitt),  so  sieht  man  aus  der  Tabelle  LXXXVIII,  dass
einem  Jahr  der  höheren  Löhne  ein  Jahr  der  höheren  Ernte  vorangeht,
einem  Jahr  der  Missernte  dagegen  niedrigere  Löhne  folgen.  Wollen  wir
den  Zusammenhang  zwischen  der  Ernte  und  den  Tagelöhnen  für  Bestellarbeiten ­
  in  einem  Diagramm  darstellen,  so  müssen  wir  in  den  betreffenden ­
  Jahren  die  Kurven,  die  Ernteschwankungen  darstellen,  nicht  für  dieselben ­
  Jahre,  sondern  für  die  vorangehenden  angeben.
Als  eine  Eigentümlichkeit  in  dem  Zusammenhänge  zwischen  den
Tagelöhnen  und  der  Ernte  des  vorangehenden  Jahres  ist  es  zu  bezeichnen,
dass  nach  einem  guten  Jahre  in  Bezug  auf  die  Ernte  oft  die  Tagelöhne
für  Bestellarbeiten  nicht  nur  in  dem  der  guten  Ernte  nachfolgenden
Jahre,  sondern  auch  im  zweiten  Jahre  höher  stehen.  Und  umgekehrt
—-  nach  dem  Jahre  einer  starken  Missernte  fallen  oft  die  Tagelöhne
für  Bestellarbeiten  nicht  nur  für  ein  Jahr,  sondern  auch  für  zwei  oder
mehrere  Jahre.  Dieser  Zusammenhang  zwischen  den  Erntezuständen
der  vorangehenden  Jahre  und  den  Tagelöhnen  für  Bestellarbeiten  ist
sehr  leicht  zu  erklären.  Die  Bestellarbeiten  sowohl  im  Frühjahr,  wie
auch  im  Herbst  werden  nicht  von  Wanderarbeitern,  sondern  fast  ausschliesslich ­
  von  den  einheimischen  Arbeitern  ausgeführt.  Im  Frühjahr ­
  werden  die  Feldarbeiten  gewöhnlich  vor  der  Zuströmung  der
Wanderarbeiter,  im  Herbst  aber  nach  dem  Abzug  derselben  ausgeführt.
Es  sind  meistens  die  einheimischen  grundbesitzenden  und  besitzlosen
Bauern,  die  sich  zu  den  Bestellarbeiten  verdingen.  Die  Zahl  der  sich
für  Lohnarbeit  vermietenden  Bauern  aber  hängt  in  der  Kegel  von  dem
Zustande  ihrer  eigenen  Wirtschaft  ab.
Je  besser  der  Ernteausfall  ist,  desto  weniger  hat  es  der  Bauer
nötig,  sich  als  Lohnarbeiter  zu  verdingen.  Je  schlechter  aber  die  Ernte,
je  grösser  die  Missernte,  desto  dringender  wird  die  Notwendigkeit  für  den
Bauern,  Arbeit  zu  suchen,  denn  er  steht  vor  dem  Verfall  seiner  Wirtschaft,
wenn  er  sich  nicht  die  für  ihn  nötigen  Geldmittel  durch  den  Verkauf  seiner
Arbeitskraft  verschaffen  kann.  Es  ist  immer  der  schwankende  Zustand
der  kleineren  bäuerlichen  Wirtschaft,  wodurch  jede  mehr  oder  weniger
            
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