fullscreen: Theoretische Sozialökonomie

Kap. V. Einleitung. 
tionsfaktoren auch wirklich elementare Produktionsmittel darstellen 
oder ob und unter welchen Bedingungen das Angebot derselben durch 
eine Tätigkeit, die als Produktion bezeichnet werden darf, vermehrt 
werden kann. Aber auch wo eine Produktion ausgeschlossen ist, braucht 
das Angebot eines Produktionsfaktors nicht — wie wir im ersten Buche 
orausgesetzt haben — eine vom Preise desselben unabhängige gegebene 
röße des Preisbildungsproblems zu sein. Vielmehr kann das Angebot, 
wenn es eine Leistung der wirtschaftenden Menschen selbst gilt, mit 
dem für diese Leistung dargebotenen Preis variieren. Die Natur einer 
solchen Abhängigkeit müssen wir ebenfalls näher untersuchen. In den 
beiden jetzt genannten Beziehungen treten eben die charakteristischen 
Eigentümlichkeiten der verschiedenen Produktionsfaktoren zutage. Es 
wird sich deshalb auch zeigen, daß die herkömmliche Einteilung der 
Produktionsmittel für die hier bezeichneten. Aufgaben unserer Unter- 
suchung sehr geeignet ist. 
Solange wir die zur Verfügung stehenden Mengen der Produktions- 
faktoren als gegeben voraussetzen, nehmen, wie die Untersuchungen 
es ersten Buches gezeigt haben, alle Produktionsfaktoren dieselbe 
Stellung im Preisbildungsprozeß ein. Diese Voraussetzung ist eben 
deshalb für die grundlegende Behandlung des Preisbildungsproblems 
esonders geeignet, weil sie die wesentliche Einheitlichkeit dieses Pro- 
blems zutage treten läßt. Eine Unterscheidung zwischen den ver- 
schiedenen Produktionsfaktoren ist erst dann für die Preisbildungs- 
heorie erforderlich, wenn es gilt, die speziellen Umstände, die Angebot 
und Nachfrage derselben regeln, und besonders die Abhängigkeit des 
Angebots von den Preisen der Produktionsfaktoren selbst näher kennen- 
zulernen. 
Preise werden für die Produktionsfaktoren, nach dem allgemeinen 
Prinzip der Knappheit, deshalb bezahlt, weil es notwendig ist, die Nach- 
rage nach den Produktionsfaktoren so weit zu beschränken, daß sie 
mit den zur Verfügung stehenden Mengen derselben befriedigt werden 
kann. Die Produktionskosten eines Gutes sind von diesem Gesichts- 
punkte aus nur ein Ausdruck für die Knappheit derjenigen Produktions- 
faktoren, die zur Herstellung des Gutes in Anspruch genommen werden, 
Wenn wir, wie wir es in diesem Buche tun werden, die allgemeine Vor- 
aussetzung, daß die Produktionsfaktoren in bestimmten Mengen ge- 
eben sind, fallen lassen und somit auch die Möglichkeit einer gewissen 
bhängigkeit des Angebots der elementaren Produktionsmittel von den 
Preisen derselben in Betracht ziehen, verändert sich, wie schon früher 
bemerkt (8 18), der Charakter der Knappheit, die Knappheit äußert sich 
nunmehr als eine gewisse Trägheit in der Empfindlichkeit des Angebots 
für eine Preissteigerung. Zur grundlegenden Aufgabe der Preisbildung, 
er Begrenzung der Nachfrage, kommt in den Fällen, wo sich eine 
solche Abhängigkeit des Angebots vom Preise wirklich geltend macht 
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