Kräuter
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Krauseminze
die Samen des ostindischen Krähenaugenbaumes,
Strychnos nux vomica, sind
scheibenförmig, glatt, am Rande abgerundet
und etwas dicker als in der Mitte. Die auf der
einen Seite mit einer kleinen Erhabenheit,
auf der anderen mit einer kleinen Vertiefung
versehenen Samen besitzen eine gelblichgraue
barbe und sind mit außerordentlich zarten,
angedrückten Haaren besetzt. Das Innere ist
grauweiß, hornartig, sehr zähe und schwer
zu pulvern. Im Handel unterscheidet man
Bombay-, Cochin- und Madras-K. Bei der
Bombaysorte tritt die seidenartige Beschaffenheit
der Oberfläche am meisten, bei Madras
am wenigsten hervor. Die K. schmecken
intensiv bitter und sind sehr giftig. Sie enthalten
die Alkaloide Strychnin, Bruzin
und das noch nicht genügend untersuchte
Igasurin. Die K. dürfen im Kleinhandel nicht
verkauft werden. — Zollfrei.
Kräuter (lat. Herbae) nennt man in der
Drogenkunde ein- oder zweijährige wildwachsende,
durch Kundige gesammelte Gewürz-
oder Arzneipflanzen von niedrigem
Wachstum oder auch in Gärtnereien gezogene
Küchen- und Garten-, Farbe- und Futterpflanzen.
In den Handel kommen Desonders
die Küchen-, Gewürz- und Arzneikräuter. Das
Sammeln der wildwachsenden Kräuter erfordert
genaue Kenntnisse, vor allem die sorgsame
Scheidung der giftigen von den nicht
giftigen, da der Handel scharfer Kontrolle
unterliegt. Die Sammler bringen die meiste
Ware direkt an die Großhandlungen oder
Apotheker und Drogisten oder zu Markte,
während die Gärtner auf Bestellung und nach
Katalogen mit Preisangaben liefern. Der Verkauf
geschieht meist nach guter Trocknung
an der Luft, im Schatten oder an der Sonne.
Zur Aufbewahrung dienen in luftigen Räumen
aufgestellte Säcke, leichte Fässer oder Kisten,
da sich im feuchten Raume Schimmel bildet,
welcher die Waren wertlos macht. Für den
Kräuterhandel sind die Thüringer Lande und
die Gebirgsgegenden die besten Bezugsquellen.
Besonders die Umgebung von Erfurt
und Gotha zeichnet sich durch den Anbau
und Handel mit Kräutern aller Art aus. —
Zollfrei.
Krappwurzel (Färberröte, lat. Radix ruoiae
tinctorum, frz. Garance, engl. Madder),
die gepulverte Wurzel von Rubia tinctorum,
aus der Familie der Rubiaceen,
war bis vor wenigen Jahrzehnten neben
dem Indigo der wichtigste Pflanzenfarbstoff
und schon im Altertum bei Griechen,
Römern und Orientalen im Gebrauch, hat
aber seit der Entdeckung des künstlichen
Alizarins (s. d.) immer mehr an Bedeutung
verloren Die unserem Waldmeister verwandte
Pflanze ist im Orient heimisch, wurde
aber später in Europa, besonders in Frankreien,
in großem Maßstabe angebaut, bis
der Aufschwung der Alizarinindustrie die
Kultur unlohnend machte. Die Pflanze treibt
ziemlich lange Wurzeln, die mühsam gegraben
und dann nach Entfernung der anhangenden
Erde erst an der Luft und schließlieh
in Trockenstuben soweit getrocknet werden,
daß sie beim Biegen kurz durchbrechen.
In Form ganzer Wurzeln kommt nur der ohne
künstliche Wärme getrocknete orientalische
K. (Lizari, Alizari) in den Handel, während
die abendländische Ware entweder zu einem
groben Pulver vermahlen wird oder einer
weiteren Verarbeitung zu verschiedenen Präparaten
unterliegt. Die knotigen, mit feinen
Wurzelhaaren besetzten Wurzeln sind von
einer braunroten, längsrunzeligen Oberhaut
mit leicht ablösbarer Korkschicht umgeben.
Darunter liegt die eigentliche dunkelbraune
Rinde, welche einen bitteren, rötlich gelben bis
roten Holzkern einschließt und neben letzterem
den Sitz des Farbstoffs, der Ruberythrinsäure,
darstellt. Zur Herstellung der besten
Handelssorten wird daher die Oberhaut mit den
Saugwurzeln durch Dreschen möglichst entfernt
und der gereinigte Rückstand durch Mühlsteine
oder Stampfwerke pulverisiert. Diese Ware
führt den Namen beraubter K., im Gegensatz
zu dem minderwertigen, mit Oberhaut und
Wurzelfasern vermahlenen unberaubten K.
Der bei Gewinnung des ersteren erhaltene
Abfall wird ebenfalls pulverisiert und liefert
den Mullkrapp (Mull, Körte, Krappklein),
ein braunes Pulver, das nur zum
Braun- und Schwarzfärben dient. Zu Färbereizwecken
wird das Krappulver nur selten
frisch verbraucht, sondern meist vorher 2 bis
3 Jahre in Fässern, fest eingestampft, aufbewahrt,
wobei sich durch einen Gärungsprozeß
das Färbevermögen entwickelt. Bei
noch längerer Aufbewahrung nimmt letzteres
wieder ab und verschwindet schließlich vollständig.
Das Färben mit K. erfolgt in analoger
Weise wie mit seinem rein dargestellten
Farbstoff, dem Alizarin (s. d.), von dem es
sich nur durch den Gehalt an Purpurin
unterscheidet. Man hat aber zur Erleichterung
des Prozesses eine Reihe von Präparaten
hergestellt, welche durch Entfernung
verunreinigender Beimengungen und Umwandlung
der Ruberythrinsäure reinere und
intensivere Töne ergeben. Garanzin oder
Krappkohle entsteht bei der Behandlung
von K. mit heißer konz. Schwefelsäure, wobei
die meisten organischen Stoffe mit Ausnahme
des Alizarins zerstört werden und der
reine Farbstoff zurückbleibt. Durch ähnliche
Verarbeitung teilweise ausgebrauchter
Krappreste erhält man das Garanceux.
Das durch eine Vergärung des mit warmem
Wasser angerührten K. entstehende Präparat
heißt Krappblumen. — Zollfrei.
Krauseminze (lat. Folia seu Herba menthae
crispae, frz. Feuille, Herbe de menthe cröpue,
engl. Curled mint leaves). Diese bekannte, zu
den Lippenblütlern gehörige Pflanze mit
starkem aromatischen Geruch findet sich in
Gärten und als Handelsware angebaut auf
Feldern, besonders in Thüringen. Sie ist ein
Kulturprodukt und aus wilden Minzen entstanden.
Man bezieht die K. teils auf die
Bachminze (Mentha aquatica), teils auf
die Wäldminze (M. silvestris), die schon
im Freien zuweilen mit krausen Blättern vor-