— 9 —
Dieser breite Gürtel von totem Urgestein wird nur an
wenigen Stellen — am westlichen Ufer der Hudsonsbay
und am St. Lawrencestrom —von andern Formationen unterbrochen
; hier treten kambro - silurische Schichten zutage.
Westlich von der laurentischen Formation breitet sich
die grosse Kreideebene bis zu den Rocky - Mountains aus.
Nach Norden zu setzt sie sich fort durch das Tal des
Mackenzieriver, wird aber hier eingeengt von devonischen
Schichten, die von rechts und links an den Fluss treten.
Die Rocky Mountains umfassen alle Formationen von
der archäischen bis zum Tertiär; das mittlere Plateau
besteht aber vorwiegend aus archäischen Schichten, besonders
Gneissen.
In hohem Masse charakteristisch für Canada ist das
System seiner Wasserwege. Mit Recht sagt Dawson in
seiner Geographie von Canada und Newfoundland :„The
history of Canada is explicable only by its waterways.” 2 )
Die Natur hat das Land mit Seen und Flüssen reichlich
gesegnet. Von beiden Seiten greifen die Meeresbuchten
tief in das Innere ein, der St. Lawrencestrom und
die Hudsonsbay von Osten, die Fjorde Britisch Columbias
von Westen. Die regelmässigen Sommerregen lassen überdies
keine Dürre aufkommen; es ist ein Land, reich an
Grasebenen und besonders an Wäldern.
Wenn es sich auch von allen Seiten zur Hudsonsbay
senkt, so kann man doch vier gesonderte Becken unterscheiden.
Die Wasserscheiden sind aber so wenig markiert,
dass die Flusssysteme oft ineinander übergreifen
und durch ein verwickeltes Netz von Seen und Wasserrinnen
miteinander in Verbindung stehen.
Das St. Lawrencebecken umfasst das grösste Netz von
Süsswasserseen der Erde. Der St. Lawrencestrom, der
2 ) Dawson, Seite 26.