Einleitung.
Die Blütezeit dev portugiesischen Seemacht und ihres
Handels mit den Küstenlandschaften Afrikas und Asiens,
welche u ns der Geschichtsforscher Barros schildert und
der Dichter Camoes in herrlichen Versen preist, nahm
ein jähes Ende, als Portugal sich (1580) der spanischen
Herrschaft unterwerfen musste. Den Niederlanden gelang
es in dieser Zeit, nach vieljährigen Kämpfen diese Herrschaft
abzuschütteln. Platte Philipp II. sie in seiner verfehlten
Politik vom Weltmärkte Lissabon ausgeschlossen,
so suchten sie nun, gleich den Engländern und unbekümmert
um Papst und Demarkationslinie, ihren Plandel
auf Fahrten durch alle Meere zu fördern. Da aber
die Erzeugnisse der Monsumländer Asiens am begehrenswertesten
waren, so litt namentlich Portugal mehr und
mehr unter diesem mächtigen Wettbewerb. Während der
ersten Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts vollzog sich dieser
Uebergang rasch und traten Holland und England
in Asien fast überall das portugiesische Erbe an, und
als endlich, im Jahre 1640, Portugal seine Unabhängigkeit
wiedererlangte, war es vom Welthandel verdrängt
und geriet mehr und mehr in materielle Abhängigkeit
von England.
Aber in Europa kam damals die Gährung der politischen,
religiösen und rechtlichen Gegensätze, die ein Jahr-'
hundert lang mit Mühe niedergehalten worden war, endlich
im dreissigjährigen Kriege zum Ausbruch. Holland