I Bucharin: Oekonomik.
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1. Kapitel
Struktur des Weltkapitalismus.
1. Der moderne Kapitalismus als LPeltkapiialismus. 2. Subjekte
der Wirtschaft— staallicß-kapitalistiscOe Trusts. 3. Anarchie der
JVeltproduktion und Konkurrenz. 4. Krisen und Kriege. 5. Zen
tralisation des Kapitals.
Die theoretische Nationalökonomie ist die Wissenschaft von
der sozialen Wirtschaft, die auf Warenproduktion beruht, d. h.
die Wissenschaft von der unorganisierten sozialen Wirtschaft.
Nur in der Gesellschaft, wo die Produktion anarchisch ist, genau
so wie auch die Verteilung der Produkte anarchisch ist, offenbart
sich die Gesetzmäßigkeit des gesellschaftlichen Lebens in Gestalt
von „elementaren Naturgesetzen 1 ', die unabhängig sind vom
Willen der Einzelnen oder der Gemeinschaften, von Gesetzen,
die mit derselben „blinden“ Notwendigkeit wirken wie „das Ge
setz der Schwere, wenn einem das Haus über dem Kopf zu
sammenpurzelt“.*) Marx hat als erster diese spezifische Eigen
tümlichkeit der Warenproduktion hervorgehoben und hat in seiner
Lehre vom Waren-Fetischismus eine glänzende soziologische Ein
führung in die theoretische Wirtschaftslehre gegeben, indem er die
letztere als historisch begrenzte Disziplin begründete.**) In der
Tat, sobald wir eine organisierte gesellschaftliche Wirtschaft
*) Marx; „Das Kapital", Hamburg 1914, 7. Auflage, Bd. L S. 41,
**) Viel schlechter, aber verschrobener entwickelt dieselben Gedanken
darüber Heinrich Diezel in; „Theoretische Sozialökonomik". Man vergl, auch
P, Struves; „Wirtschaft und Preis" (russ.).