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liegt als bedeutender Handelsplatz am Südwestein
gang der Schweiz; es unterhält lebhafte /Bezie
hungen zu Südfrankreich und Spanien. Schon vor
Jahrhunderten bot die Rhonestadt religiösen und
politischen Flüchtlingen ein Asyl; die Zugewan
derten förderten ihrerseits Handel und Industrie und
bereicherten in fühlbarer Weise das geistige Leben.
Die 122600 Einwohner der Stadt sind zum über
wiegenden Teil aus der deutschen Schweiz und aus
Frankreich zugewandert. Für den ganzen Kanton
Genf machen die Kantonsangehörigen 31 °o, die
Bürger fremder Staaten dagegen 41 °/o der 154 200
Seelen zählenden Gesamtbevölkerung aus. Genf be
sitzt eine Universität. Die Schönheit der Stadt,
ihr reges geistiges Leben und die reizvolle Um
gebung mit dem schlössergeschmückten Ufergelände
machen Genf zum weltbekannten Sammelpunkt des
Fremdenverkehrs.
Jura und Alpen treten in der Landschaft von Genf
zu einem Trichter zusammen, in dem sich der Nordost-
® lff wind, die Bise, häufig zu sturmartiger Heftigkeit steigert.
Während in der übrigen Schweiz die Bise den Himmel
aufhellt, liegt manchmal gleichzeitig über Genf in hal
ber Höhe des Mt. Salsve eine dunkle Wolkendecke; an
dem geschlossenen Bergrahmen muß die Luftströmung
aufsteigen, und dabei verdichtet sich der Wasserdampf;
das bezeichnet der Genfer als „la bise noire“.
«mscfmng Unterhcr der großen Flußschlingen der Arve
liegt die Stadt C a r o u g e, 7900 Einwohner. Uber
der Rhone erhebt sich auf beherrschendem Plateau
das große Dorf Bernex, und östlich der Haupt
stadt leitet Chöne eine Eisenbahnlinie von Gens
ins Arvetal. Von der Jurahöhe her dringt die
französische Landschaft Gex bis nahe an den Genfer-
see heran; eine Bergstraße erklimmt in langen Keh
ren von Gex aus den wichtigen Col de la Faueille.