Full text : Fabrikorganisation, Fabrikbuchführung und Selbstkostenberechnung der Firma Ludw. Loewe & Co. Actiengesellschaft, Berlin

Die  Schmiede.

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haben,  ferner  weil  verschiedene  andere  Betriebsunkosten  von  allen  drei
Abteilungen  gemeinschaftlich  verursacht  werden.  Diese  Unkosten  auf  die
drei  Abteilungen  zu  zerlegen,  ist  Aufgabe  des  Lohnbureaus.
A.  Die  Schmiede.
Sämtliche  Bestellungen  eigener  Abteilungen  werden  mittels  Formular ­
  37  erteilt.  Aufträge  auswärtiger  Kundschaft  werden  im  Hauptkontor
in  das  Orderbuch  eingeschrieben  und  im  Lohnbureau  der  Schmiede  auf
die  gleichen  Bestellzettel  (Form.  37)  übertragen.  Der  Meister  erhält  kein
Orderbuch,  sondern  nur  die  Bestellzettel.  Sämtliche  Bestellzettel  erhalten
im  Lohnbureau  der  Schmiede  eine  fortlaufende  Nummer.  Diese  Nummern
bewegen  sich  für  die  Zettel  der  einzelnen  Abteilungen  in  einem  anderen
Zahlenkreis.  Eine  weitere  Verbuchung  der  Bestellzettel  wird  im  Lohnbureau ­
  nicht  vorgenommen.
Selbstkostenbücher  und  Arbeitsbegleitkarten  braucht  man  in  der
Schmiede  nicht,  da  die  Bearbeitung  und  Fertigstellung  der  Arbeitsstücke
sich  in  einer  und  derselben  Werkstätte  sehr  rasch  abspielt.  Ebenso  kennt
man  hier  keine  Materialbestellung,  da  das  Material  auf  Grund  des  Bestellzettels ­
  selbst  verausgabt  wird.
Derselbe  Bestellzettel  wird  zugleich  als  Akkordschein  verwendet,
indem  der  Meister  den  Namen  des  Schmiedes  und  den  Akkordlohn  in  die
vorgesehenen  Rubriken  einschreibt.  Mit  diesem  zum  Akkordschein  gewordenen ­
  Bestellzettel  geht  der  Schmied  (Schirrmeister)  in  das  Stahllager
und  erhält  dort  das  nötige  Material,  welches  natürlich  nicht  in  genau  derselben ­
  Menge  verausgabt  werden  kann,  als  gebraucht  wird,  sondern  es  wird
in  fast  allen  Eällen  mehr  Material,  als  notwendig  ist,  herausgegeben  und  der
Schmied  hat  nach  Fertigstellung  der  Arbeitsstücke  das  übriggebliebene
Material  zurückzugeben.  Dieses  zurückgegebene  Material  hat  teilweise
die  ursprüngliche  Form,  teilweise  ist  es  infolge  des  Abschmiedens  in  eine
andere  Form  gebracht,  wieder  ein  anderer  Teil  besteht  aus  kleinen  unbrauchbaren ­
  Stücken;  letzteres  ist  der  sogenannte  Abfall.
Im  Stahllager  wird  darüber  Kontrolle  geführt,  daß  jeder  Schirrmeister
das  auf  eine  Bestellnummer  entnommene,  aber  nicht  verbrauchte  Material
zurück  liefert.  Zu  diesem  Zweck  ist  für  jeden  Schirrmeister  ein  Konto
eingerichtet,  der  sogenannte  Materialrapport  (Form.  72).  Auf  diesem
Formular  wird  bei  Ausgabe  das  Gewicht,  die  Art  und  die  Dimension  des
Materials  notiert.  Sind  die  Arbeitsstücke  fertig,  so  hat  der  Schirrmeister
diese  nebst  dem  übriggebliebenen  Material  an  das  Stahllager  abzuliefern.
Im  Stahllager  werden  zunächst  die  fertigen  Stücke,  dann  die  zurückgelieferten ­
  Materialien  gewogen  und  die  beiden  Gewichte  auf  dem  Materialrapport ­
  (Form.  72)  notiert.  Die  Differenz  zwischen  diesen  beiden  Gewichten ­
  und  dem  verausgabten  Gewicht  entfällt  auf  den  unbrauchbaren
Abfall,  dessen  Wert  zu  dem  Materialwert  des  fertigen  Stückes  zuzuschlagen,
also  als  Selbstkosten  des  fertigen  Stückes  mit  zu  berechnen  ist.  Hat  z.  B.
ein  Schirrmeister  50  kg  Material  entnommen  und  liefert  10  kg  zurück,  so
            
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