fullscreen: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

Drittes Kapitel. 
Die Güterverteilung -er Konsumgenossenschaften 
I. Die Zprache in der konsumgenossenschaftlichen 
Güterverteilung. 
Hätten wir die vollständig durchgebildete sozialistisches Wirt 
schaftsordnung, ivie sie theoretisch wohl denkbar, praktisch aber viel 
leicht nicht durchführbar ist, so müßten wir, um in keine Sprach 
fehler zu verfallen, eine ganz andere Terminologie in bezug auf 
unsere. Wirtschaftsbegriffe anwenden. Der Begriff des .Handels 
würde in dieser -Ordnung der Dinge wegfallen, denn Handel ist Güter 
austausch mit dem Zwecke des Gewinns. Schär sagt allerdings 
„Handel ist der nach den Grundsätzen der Zweckmäßigkeit und Wirt 
schaftlichkeit organisierte Güteraustausch"') und läßt das Gewinn 
streben fort. Diese Definition würde auch den Güteraustausch der 
sozialistischen Wirtschaftsordnung treffen. Gerade deshalb aber, weil 
ich einen Unterschied zwischen .Handel und Güteraustausch in sozialisti 
schem Sinne sehe, der in dem Bestehen oder Nichtbestehen des Gewinn 
strebens seinen Ausdruck findet, möchte ich jene Definition zurück 
weisen?) Damit erkennen wir auch nicht den Begriff des „sozialen 
Handels" an, wie ihn Schär für die konsumgenossenschaftliche 
Gütervermittlnng geprägt hat. Wenn nach unserer Meinung mit dem 
Begriff des Handels das Gewinnprinzip unlöslich verbunden ist, so 
ist „sozialer Handel" für uns undenkbar. Konsumgenossen 
schaften treiben keinen Handel, sie vermitteln ledig 
lich Bedarfsgüte r?) 
1) Vgl. S. 24. 
2) Schär a. a. D. S. 70. 
3 ) Siehe auch die Auseinandersetzungen von Prof. Ur. Nicklisch in 
seiner Kaufmännischen Betriebslehre, S. 37 ff. 
4 ) Nur soweit ließe sich bei Konsumgenossenschaften von „Handel" 
sprechen, als sie auch den Bedarf von Nichtmitgliedern decken, die dann
	        
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