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1900 war die grösste Wasserhaltung hier die 1898 in Betrieb gesetzte
Anlage der Zeche Ver. Maria, Anna und Steinbank mit 752 P.S.
Motorleistung. Die elektrische Wasserhaltung bedeutet für die
tiefen und hochbelasteten Schächte einen grossen Vorteil hinsicht
lich Wirtschaftlichkeit, Betriebssicherheit und Raumersparnis 1 ),
erfordert jedoch auch manche neue Vorsicht. Heute werden nur
noch unterirdische Wasserhaltungsmaschinen gebaut 2 ).
Um noch einige Zahlen anzuführen, die jedoch nicht allge
meine Gültigkeit haben, sei erwähnt, dass bei einer Anzahl Was
serhaltungen im Ruhrbezirke die Gesamtbetriebskosten (10% Amor
tisation und Verzinsung, Dampf und Unterhaltungskosten) pro
P.S. in gehobenem Wasser sich belaufen auf:
bei Dampfwasserhaltungen 2,57—9,66 Pf. Die Anlagekosten
betrugen (Maschinenraum und Maschine inklusive Rohrleitungen)
385704 bezw. 134000 M.;
bei hydraulischer Wasserhaltung z. B. auf 5,46 Pf. bei M.
326 500 Anlagekosten und
bei elektrischer Wasserhaltung z. B. 5,67 Pf. bei 218 000 M.
Anlagekosten s ). (Alle absoluten Zahlen stehen infolge der Ma
schinenpreise bei diesem Betriebszweige ganz besonders unter
dem Einflüsse der Konjunktur; es ist aber das Verhängnis dieses
Betriebszweiges, dass gerade in Blütezeiten grosse Neuanschaf
fungen 4 ) nötig werden.)
Bei der Wichtigkeit einer möglichst billigen Wasserhaltung
für lohnenden Betrieb wird aber einmal jenes geschilderte ge
waltige Projekt einer gemeinsamen Wasserhaltung für den grössten
Teil eines ganzen Kohlenbeckens sich verwirklichen 6 ): es wird
der Weg dann der umgekehrte, aber in der Entwicklung not
wendig begründete sein. Man wollte durch eine gemeinsame
Wasserhaltung die Betriebe (technisch und wirtschaftlich) näher
aneinander bringen. Aber die dargelegte Entwicklung schafft
erst einmal wenige oder eine grosse Bergwerksgesellschaft, und
erst hierbei wird jener grosse kostensparende Fortschritt ermög
licht sein: ein Unternehmerwille ist zu dem Plane notwendig,
1) Entw. IV. 316. 2) Entw. IV. 367.
3) Entw. IV. 370. 4) Entw. IV. 144.
5) Werden dann unrentable Zechen (z. B. im wasserreichen südlichen Ruhr
revier) stillgelegt, so scheidet ihre Wasserhaltung nicht mehr aus dem Gesamtbe
triebe aus. Bei isolierten Betrieben kann eine mit der Stilllegung einhergehende
Ausserbetriebsetzung einer Wasserhaltung diese Last einer oder mehreren Nachbar
zechen aufladen und sie so technisch und wirtschaftlich schwer schädigen.