Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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man  für  229,5  m  Teufe  etwa  I  Jahr.  Dies  zu  329  Arbeitstagen
gerechnet,  wurde  pro  Tag  demnach  durchschnittlich  0,7  m  geleistet.
Die  Kosten  des  Abteufens  stellten  sich  auf  rund  96852  M.  =  341  M.
pro  m,  die  des  Schachtausbaues  auf  rund  116630  M.  =  382  M.
pro  m'.  Insgesamt  kostete  also  1  m  Schacht  rund  705  M.
Am  Niederrhein  dagegen  x )  setzten  sich  anfänglich  dem
Schachtabteufen  ganz  enorme  Schwierigkeiten  entgegen.  Im  Gegensatz ­
  zum  eigentlichen  Deckgebirge  Westfalens,  dem  Kreidemergel, ­
  decken  hier  Diluvialschichten  und  tertiäre  Bildungen  oft
schwimmender  Natur  das  Kohlengebirge.  Diese  Schwierigkeiten
musste  man  aber  erst  überwinden  lernen.  So  waren  20  Jahre
harter  Arbeit  notwendig  gewesen,  bis  im  Jahre  1877  Schacht  I
der  Zeche  Rheinpreussen  das  Steinkohlengebirge  erreicht  hatte.
Auch  das  Niederbringen  der  Schächte  der  Zeche  Deutscher  Kaiser
bei  Hamborn  war  schwierig  und  kostspielig.  Schacht  II  z.  B.
hatte  bei  Beginn  einen  lichten  Durchmesser  von  8,5  m,  später
musste  er  auf  5,5  m  verringert  werden,  ähnlich  bei  Schacht  III.
Die  Kosten  für  Absenken  des  Schachtes  II  bis  95,52  m.  Teufe  beliefen ­
  sich  auf  insgesamt  734621,03  M.  =  7691  M.  pro  m.  (Darin
Ausgaben  für  Vorrichtungen,  unter  andern  Erwerb  von  4  ha  Land
zu  je  6000  M.;  Bohrturm  etc.,  Senkmauer,  Material  und  Löhne.)
Bei  Schacht  III  kostete  das  Abteufen  bis  126,7  m  726060,69  M.
—  5730  M.  pro  m.
Für  das  Ruhrgebiet  hat  Hoffmann  im  Jahre  1901  für  120  in
den  10  Jahren  davor  niedergebrachte  Schächte  eine  Kostenberechnung ­
  angestellt 1  2 ),  aus  der  die  uns  interessierenden  Ergebnisse
hier  mitgeteilt  seien.  Schächte,  bei  denen  das  Abteufen  mit
aussergewöhnlichen  Schwierigkeiten  zu  kämpfen  hatte,  sind  in  die
Durchschnittsberechnungen  nicht  einbezogen.
Beim  Abteufen  auf  gewöhnliche  Weise,  d.  i.  unser  Abteufen
von  Hand,  betrugen  die  Leistungen  einschliesslich  definitiven
Ausbaues  durchschnittlich  im  Mergel  22  m,  im  Steinkohlengebirge
20  m  pro  Monat.  Der  Ausbau  bestand  im  Mergel  aus  Mauerung
und  Cuvelage,  im  Steinkohlengebirge  ausschliesslich  aus  Mauerung. ­
  Wurde  gleichzeitig  abgeteuft  und  ausgemauert,  so  wurde
die  Leistung  erhöht.  Aber  bei  Wasserzufluss  sank  die  Leistung,
1)  E.  Locke,  Das  Abteufen  der  neuen  Schächte  auf  Zeche  Deutscher  Kaiser  bei
Hamborn  und  die  bei  demselben  anwendbaren  Methoden.  Preuss.  Ztschr.  1893.  216  f.
2)  Gl.A.  1901.  775  f.:  L.  Hoffmann  ,  Leistungen  und  Kosten  beim  Schachtabteufen ­
  im  Ruhrbezirke;  hiernach  auch  »die  Angaben  in  Entw.  Bd.  III.  148  f.
Zeitschrift  fiir  die  ges.  Staatswissensch.  Ergänzungsheft  19.  3
            
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