Full text: Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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wenn auch wenig volkswirtschaftlicher Weise vorgenommen wer 
den, zu steigen. 
Viertens steigen die Nominallöhne. 
Dies sind der Hauptsache nach die Momente, die für ein 
Steigen der Produktionskosten in Hausse geltend zu machen sind 
und die in Baisse entsprechend gelten. Wie sie sich auf die ein 
zelnen Jahre verteilen, zeigen die 29 Bemerkungen zur »Saar 
tabelle«. Bei sonst gleicher Technik kann also eine Steigerung 
der Preise an sich nur die notwendige Folge der Erhöhung der 
Produktionskosten sein, was natürlich eine kritische Prüfung der 
Grösse der Preissteigerung nicht überflüssig macht. 
Wir gehen jetzt zu dem horizontalen Vergleiche der Produk 
tionskosten über, also zu den Gründen, die ihre verschiedene 
Höhe zu gleicher Zeit an verschiedenen Orten be 
dingen. 
Im Jahre 1893 ') hat der Bergwerksdirektor Kleine die fol 
gende Tabelle über die Selbstkosten der westfälischen Kohlen im 
Jahre 1892 veröffentlicht. Als Grundlage der Berechnung diente 
ihm das Verhältnis der gezahlten Löhne zu den gesamten Aus 
gaben: »eine bessere Grundlage lässt sich nicht finden«. Dies ist 
bedauerlich, da die »gesamten Ausgaben« ein etwas weiter Be 
griff sind. Das Resultat war: für den O.B.B. Dortmund 7,25 M. 
durchschnittliche Selbstkosten. Ein wegen Absatzmangel und 
Feierschichten dieses Jahres hoher Betrag. Kleine teilt nun die 
Zechen in 3 Gruppen von annähernd gleicher Jahresförderung 
und findet folgendes : 
Zahl 
der 
Zechen 
Leistung 
Brutto-Förde- 
rung 
1000 t 
Zahl 
durch- 
Selbst 
durchschn. 
Gruppe 
proArbei- 
ter. u. Jahr 
der 
Arbei 
schnittl. 
Leistung 
kosten 
pro t 
Förderung 
pro Jahr 
t 
ter 
t 
M. 
t 
1 
3° 
über 290 
12 322 
37 669 
327 
5,74 
410747 
2 
44 
248—290 
12 142 
46 726 
259 
7,25 
275 969 
3 
69 
unter 248 
11 878 
54 348 
219 
8,57 
172148 
Aus diesen Zahlen ergibt sich, dass durchschnittliche Leistung 
(besser Förderung pro Kopf) und Selbstkosten annähernd im um 
gekehrten Verhältnisse stehen. Die Leistung beim Steinkohlen 
bergbau aber ist bedingt durch die Leistungsfähigkeit des Arbeiters 
und durch die Leistungsmöglichkeit in Kohle. Diese letztere wird 
durch die sog. natürlichen Verhältnisse des Kohlenflötzes, d. h. 
1) Kleine, Die Selbstkosten der westfälischen Kohlen im Jahre 1892. Gl.A. 1893. 
s. 1339.
	        
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