Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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starken  sie  gerne  zahlten,  wenn  sie  grösseren  Gewinn  dadurch
hatten.  Diese  und  die  folgenden  Förderkonventionen  fielen  also
zusammen,  auch  die  dritte  von  1887,  deren  Organisation  aber
schon  straffer  war.  So  gab  im  Jahre  1887  der  Bergbauverein
die  freie  Vereinbarung  als  Weg  zur  Hilfe  auf.  Es  fand  noch  ein
Versuch  der  Organisation  der  Förderung  mit  Hilfe  einer  Aenderung
  der  Statuten  der  Berggewerkschaftskasse 1 )  statt.  Trotzdem
stieg  die  Förderung,  und  als  die  Satzungsänderungen  (Abgaben
der  Mitglieder  an  die  Kasse  wegen  »Mehrförderung«)  angewendet ­
  werden  sollten,  da  wurde  der  Kasse  das  Recht,  solche
Abgaben  vorzunehmen,  bestritten  —  und  die  Streiter  siegten.
Das  war  der  letzte  derartige  Versuch  einer  Organisation  der
Förderung.
3.  Die  Preisregulierungen.
Sie  fanden  gleichzeitig  mit  den  Versuchen  der  Organisation
der  Förderung  statt  und  zwar  von  Vereinigungen  aus,  die  sich
nach  den  einzelnen  Kohlensorten  bildeten  :  die  Vereine  der  Gaskohlenzechen, ­
  der  Gasflammkohlenzechen,  der  Fettköhlenzechen
und  der  Magerkohlenzechen.  Auch  sie  waren  lose  geordnet  und
hatten  wenig  Erfolg.
4.  Die  Organisation  des  Verkaufsgeschäftes,  also  ein  gemeinschaftlicher ­
  Verkauf  der  Förderung  der  W’erke  durch  eine  zu
gründende  dritte  Gesellschaft.  Dies  war  das  Projekt,  das  1887
Hammacher  vor  allem  vertrat.  Es  scheiterte  damals  an  der  Unmöglichkeit, ­
  die  Förderung  der  einzelnen  Werke  zu  kontingentieren. ­
  Gleich  darauf  kam  ja  die  kurze  Hausseperiode,  und  in
ihr  war  von  Verwirklichung  der  Pläne  zu  strafferer  Organisation
keine  Rede.  Nach  1889/90  finden  wir  die  verschiedenen  lokalen,
fest  geschlossenen  Verkaufsvereine,  die  dann  1892  zu  einer  Zechengemeinschaft ­
  zusammentraten,  die  aber  am  Interessengegensatz
und  wegen  lockerer  Fügung  sofort  zerfiel.
1893  entstand  das  Rheinisch-Westfälische  Kohlensyndikat,  das
1903  auf  12  Jahre  neu  geschlossen  wurde.  Es  ist  eine  vollständige ­
  Produktions-,  Preis-  und  Vertriebskartellierung,  es  vereinigt
also  jene  4  Teile  in  sich.
Wir  konstatieren  demnach  eine  Entwicklung  von  einfachen
Vereinen  mit  freier  Produktionsverabredung  und  lockerer  Organisation ­
  zu  einem  solchen  mit  Produktionskontingentierung  durch
1)  Sie  ist  eine  Bergbauhilfskasse  zu  wissenschaftlichen  Zwecken,  zur  Ausbildung
von  Beamten  u.  a.,  zu  der  die  Zechen  Beiträge  leisten.
            
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