fullscreen: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

262 Sechstes Buch. Viertes Kapitel. 
III. 
Die Anfänge Heinrichs III. im Innern waren glücklich; 
der Vater hatte ihm die deutschen Lande in wohlversorgtem 
Zustand hinterlassen. So vermochte der junge König ohne 
weiteres den Weg der konradischen Politik fortzusetzen. Hier— 
hin gehört es, wenn er nach dem Tode des Herzogs Konrad 
bon Kärnten im Jahre 1039 zu seinen anderen Herzogtümern 
auch dies Land der Krone einbehielt: nur Lothringen und 
Sachsen bestanden jetzt noch als selbständige Herzogtümer: 
schroff unitarisch erschien die salische Politik auf die Auf— 
hebung der Stammesgewalten gerichtet. 
Allein bald zeigte sich, daß Heinrich, ebenso hart, leiden⸗ 
schaftlich und des Reiches und den eigenen Vorteil gegen andere 
bis zur Ungerechtigkeit wahrend, wie sein Vater, doch in einem 
Punkte sehr wesentlich von Konrads Art abwich. Er besaß 
mit nichten dessen laienhaft nüchternen Sinn, der nur einer 
versönlichen, nie einer politisch angehauchten Frömmigkeit zu— 
zänglich gewesen war; er zeigte früh, wohl als Erbteil der 
Mutter, ein ausgesprochenes kirchliches Interesse, das um so 
mehr hervortrat, als er im Gegensatz zum Vater über eine vor⸗ 
rreffliche Bildung verfügte. So war er den Wünschen des 
Alerus weithin zugänglich und verkannte nur zu sehr, daß die 
neue kirchliche Richtung mit der Volitik seiner Vorgänger 
schlechthin unvereinbar war. 
Mit am frühesten zeigte sich diese Seite im Wesen des 
Herrschers, als er einen besonderen religiösen Frieden im Reiche 
rinzuführen begann. 
In den romanischen Ländern hatte sich die königliche Ge— 
walt seit langem zu schwach erwiesen, den Frieden aus eigener 
Kraft zu wahren. Darum hatte sich die Kirche des Friedens— 
bedürfnisses im Lande angenommen; an der Spitze der zunächst 
französischen Bewegung stand auch hier das große Reformkloster 
Cluny. Allgemeiner Friede sollte herrschen wenigstens den Teil 
der Woche, da der Herr gelitten, von Mittwoch abend bis 
Montag früh, außerdem an hohen Festen und von Ostern bis 
Trinitatis: wer ihn in diesen Zeiten bräche, der sollte kirch— 
lichem Banne verfallen sein. Es war eine Bewegqung, die.
	        
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