Full text : Die Steigerung der Produktivität der deutschen Landwirtschaft im neunzehnten Jahrhundert

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im  Laufe  des  Jahres  geboren  werden.  Nach  den  Ergebnissen  der  Viehzählung ­
  sind  in  der  Zeit  vom  1.  Dezember  1899  bis  1.  Dezember  1900  im
ganzen  7616927  Kälber  geboren  worden;  im  Verhältnis  zu  der  Zahl  der
Kühe  und  Färsen  vom  1.  Dezember  1899  macht  das  73,28%  aus.  Von
den  10458631  Kühen  und  Färsen,  die  am  1.  Dezember  1900  ermittelt
wurden,  sind  also  im  Laufe  des  Jahres  7  663868  Kälber  zu  erwarten.
Davon  werden  so  viel  am  Leben  erhalten,  als  die  Zahl  der  am  Tage  der
Viehzählung  unter  1  Jahr  alten  Tiere  zuzüglich  der  jährlichen  Wachstumsrate ­
  dieser  Kategorie  ausmacht,  also  4322417  +  70490  =  4392907;  der
Rest,  7663868  —  4392907  =  3270961  wird  geschlachtet.  Im  ganzen
werden  also  in  dem  Jahre  748923  +  3270961  =  4019884  Kälber  geschlachtet. ­
  Nehmen  wir  mit  Huckert  an,  dass  7  Kälber  so  viel  Fleisch
liefern  wie  ein  ausgewachsenes  Rind,  so  können  wir  die  4019884  geschlachteten ­
  Kälber  574269  ausgewachsenen  Rindern  gleichstellen.  Rechnen
wir  diese  zu  den  obigen  3470983  Rindern  hinzu,  so  erhalten  wir  als  Gesamtsumme ­
  des  geschlachteten  Rindviehs  die  Zahl  4045252.
Von  den  Schweinen  werden  gegenwärtig  nach  allgemeiner  Annahme
etwa  100%  der  an  einem  Tage  gezählten  Tiere  geschlachtet, 1 )  also  im
Jahre  1900/01  16807014  Stück;  wenn  nun  nach  den  Feststellungen
Huckerts  3,2  Schweine  so  viel  Fleisch  liefern  wie  ein  ausgewachsenes
Rind,  dann  ist  die  genannte  Zahl  Schweine  5252192  Rindern  gleichzusetzen.
Von  den  Schafen  wird  jährlich  etwa  ein  Drittel  der  an  einem  bestimmten ­
  Tage  vorhandenen  Zahl  geschlachtet,  im  Jahre  1900/01  demnach
3230834  Stück  von  den  9692501,  welche  die  Viehzählung  im  ganzen  ermittelt ­
  hat.  Rechnet  man  12  Schafe  gleich  einem  Rind,  so  liefern  die
3230834  Schafe  so  viel  Fleisch  wie  269236  Rinder.
Die  Zahl  der  Ziegen  betrug  im  Jahre  1900  3266997  Stück.  Man
kann  annehmen,  dass  ein  Fünftel  des  Bestandes  jährlich  geschlachtet  wird,
alo  im  Jahre  1900/01  653399  Stück.  14  Ziegen  liefern  etwa  so  viel  Fleisch
wie  ein  Rind;  die  653399  Ziegen  sind  daher  46671  Rindern  gleichzuachten.
Das  Verhältnis  der  Fleischarten  zueinander  war  also  in  dem  Jahre
1900/01  folgendes:
Rind-  und  Kalbfleisch  ....  4045252  =  42,08
Schweinefleisch  5252192  =  54,63
Schaffleisch  269236  =  2,80
Ziegenfleisch  46671  =  0,49
9613351  =  100,00.
Aus  diesem  Verhältnis  und  der  oben  festgestellten  Produktionssteigerung
der  einzelnen  Fleischarten  (Rind-  und  Kalbfleisch  425  %,  Schweinefleisch
977  %,  Schaffleisch  128%  und  Ziegenfleisch  626%)  ergibt  sich,  dass
die  Gesamtproduktion  an  Fleisch  in  der  Zeit  von  1800—1900  um  595%
zugenommen  hat.  Die  Bevölkerung  Deutschlands  Ist  in  derselben  Zeit  9
9  Nach  den  Ergebnissen  der  Trichinenschau  werden  in  Preussen  jährlich  ca.  90  °/ 0
des  Bestandes  geschlachtet,  doch  versorgt  Preussen  die  Nachbarstaaten,  besonders  Sachsen,
viel  mit  Schweinen.  Cfr.  Martin,  Die  Fleischversorgung  Sachsens.
            
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