Full text : Festschrift zum 25jährigen Bestehen des Verbandes deutscher Chokolade-Fabrikanten

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Die  alljährlich  wiederkehrenden  Verbandstage  haben  außerordentlich
viel  dazu  beigetragen,  den  Verband  zu  entwickeln  und  ihn  zu  einer  Stütze
der  von  ihm  vertretenen  Industrie  zu  machen.  —-  Den  einzelnen  Betriebsinhabern, ­
  welche  sich  vor  dem  Jahre  1877  unbekannt,  ja  sogar  öfters
feindselig  gegenüberstanden,  war  Gelegenheit  gegeben,  sich  näher  kennen  zn
lernen  und  dabei  häufig  zu  entdecken,  daß  der  bisher  fremde  Mann  doch  nicht
so  schlimm  sei,  wie  man  sich  ihn  gedacht  hatte,  daß  er  sogar  manche  gute
Seiten  habe  und  daß  man  schließlich  in  Friede  und  Freundschaft  mit  ihm
leben  könne.
Es  ist  Niemand  zugemuthet  worden,  das,  was  der  Einzelne  als
Fabrikgeheimniß  betrachtet,  als  Allgemeingut  preiszugeben  und  doch  konnte
beobachtet  werden,  daß  der  theilweise  in  den  Verhandlungen,  theils  im
Einzelgespräch  gepflogene  Austausch  der  Erfahrungen  befruchtend  auf  die
Entwickelung  unserer  Industrie  gewirkt  hat.  Wer  bereit  war,  zu  geben,
hat  sicher  auch  immer  wieder  etwas  Gelerntes  heimgetragen.
Allerdings  hatte  auch  der  Verband  seine  Lehrjahre  durchzumachen.
In  der  ersten  Zeit  war  es  nicht  selten,  daß  der  in  der  Minderheit
Bleibende  mit  dem  Austritt  drohte.  Es  blieb  aber  bei  der  Drohung  und
sehr  bald  hatte  man  sich  daran  gewöhnt,  sich  den  Verbandsbeschlüssen  zu
fügen,  namentlich  als  eine  weiter  unten  zu  erwähnende  Krisis  im  Verbandsjahre ­
  1882/83  glücklich  überwunden  war.
Nicht  wenig  haben  auch  die  sich  mit  geringen  Ausnahmen  an  die
Verbaudstage  anschließenden  sogenannten  Vergnügnngstage,  auf  welche  näher
einzugehen,  zu  weit  führen  würde,  dazu  beigetragen,  die  Mitglieder  einander
näher  zu  bringen.
            
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